Bad Königshofen

Obstbäume: Auf den richtigen Schnitt kommt es an

Auf einer Wiese mit jüngeren und älteren Obstbäumen zeigte Georg Hansul, Fachberater für Gartenkultur- und Landschaftspflege  im Landkreis Rhön-Grabfeld, den sogenannten Erziehungsschnitt.
Foto: Hanns Friedrich | Auf einer Wiese mit jüngeren und älteren Obstbäumen zeigte Georg Hansul, Fachberater für Gartenkultur- und Landschaftspflege im Landkreis Rhön-Grabfeld, den sogenannten Erziehungsschnitt.

Ideal für einen Baumschnittkurs bezeichnete Georg Hansul, Fachberater für Gartenkultur- und Landschaftspflege  im Landkreis Rhön-Grabfeld, eine städtische Obstbaumwiese bei Merkershausen. Alte und junge Bäume gab es hier für einen Workshop für Mitarbeiter der Gemeindebauhöfe. 

Anhand von jüngeren Bäumen erklärte Georg Hansul zunächst den grundsätzlich anzustrebenden Aufbau eines Obsthochstammes und den sogenannten „Erziehungsschnitt“. Kennzeichen eines Obsthochstammes ist eine Mindeststammhöhe von 160 bis 180 Zentimetern. In dieser Höhe sitzen die drei bis vier Hauptleitäste, die nahezu aus einer Höhe am Stamm entspringen und eine gleichmäßige Verteilung in der Draufsicht ergeben sollten. Gleichzeitig sollten diese Leitäste einen Winkel von 45 bis 60 Grad zur Stammverlängerung bilden, wobei die Spitzen der Leitäste in etwa auf einer vergleichbaren Höhe enden. „Hier spricht man auch von der Saftwaage.“

Erziehungsschnitt

Der Erziehungsschnitt ist gekennzeichnet durch Anschneiden und Formieren junger Triebe. Dabei geht es um das Einkürzen einjährige Triebe mit dem Ziel, Verzweigung aufzubauen und das Dickenwachstum des verbleibenden Triebteils zu erreichen. Damit wird zunächst ein stabiles Astgerüst aufgebaut, bestehend aus Ästen erster, zweiter und dritter Ordnung. Letztere sind vor allem für den Fruchtertrag verantwortlich.

Das alles demonstrierte der Kreisfachberater anhand von zwei Bäumen in der Erziehungsphase, einem Apfelbaum und einem Birnbaum. Die Bauhofmitarbeiter erfuhren dabei, dass nach acht bis zehn Jahren der Baum in die Ertragsphase kommt, in der er bei guter Pflege oft 50 bis 60 Jahre bleiben kann.

Und so sieht ein Erziehungsschnitt aus.
Foto: Hanns Friedrich | Und so sieht ein Erziehungsschnitt aus.

Erhaltungsschnitt

In dieser Phase ist ein Erhaltungsschnitt angesagt, der grundsätzlich aus sogenannten Ableitungsschnitten besteht. Was es damit auf sich hat wurde beim Obstbaumschnittkurs schnell klar: Ableitungsschnitte sind Schnitte an Verzweigungsstellen. Mit zunehmendem Fruchtertrag biegen sich die Äste und es muss nun nach Zweigen gesucht werden, die wieder mehr nach oben in den ursprünglich angelegten Winkel von 45 bis  60 Grad zeigen. „Erhaltungsschnitt bedeutet immer Ableiten, keinesfalls Anschneiden einjähriger Triebe.“ Georg Hansul weiß, dass dies ein Fehler ist, der in vielen Hausgärten gemacht wird, weil versucht, wird einen Baum künstlich klein zuhalten.

Verjüngungsschnitt

Anhand eines richtig alten knorrigen Apfelbaumes, der sicherlich viele Jahre nicht geschnitten wurde, demonstrierte er einen Verjüngungsschnitt. Dieser besteht auch aus Ableitungsschnitten, wie beim Erhaltungsschnitt, jedoch sind diese Schnitte kräftiger. Dabei wird versucht, eine Kronenentlastung herbeizuführen, die  einem Astbruch vorbeugen soll.

Vor allem bei Apfel- und Birnbäumen, die ein sehr gutes Regenerationsvermögen haben, können diese damit in die Ertragsphase zurückgeholt werden. Das wiederum bedeutet eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren, die sichergestellt werden kann. Davon gibt es nach Aussage von Kreisfachberater Georg Hansul viele Beispiele in den Fluren von Rhön und Grabfeld.

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