Bad Neustadt

Rhön-Klinikum Campus: Wie moderne Technik Epileptikern hilft

Modernste Technologie hilft Epilepsiepatienten. Dr. Hassan Soda (links) und Dr. Tobias Knieß (rechts) leiten die Abteilung.
Foto: Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt/Heike Ochmann | Modernste Technologie hilft Epilepsiepatienten. Dr. Hassan Soda (links) und Dr. Tobias Knieß (rechts) leiten die Abteilung.

Die Epilepsie ist laut einer Pressemitteilung des Rhön-Klinikum Campus eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, die in jedem Lebensalter auftreten kann. Ursachen können neben angeborenen Störungen des Gehirns auch Entzündungen, Schlaganfälle, Hirntumore oder schwere Hirnverletzungen sein. Wenn keine Behandlung erfolgt, kommt es in der Regel zu wiederholten Anfällen.

Als Folge einer solchen Erkrankung ergeben sich laut der Mitteilung verschiedene Einschränkungen – beispielsweise bei der Fahreignung oder auch Gefährdungen bei Hobbys, im Privatleben und am Arbeitsplatz. Neben den möglichen Komplikationen und Folgen durch die Anfälle selbst, besteht häufig auch eine Verunsicherung des Patienten bei der Diagnosestellung. Durch eine entsprechende fachliche Expertise und gute technische Ausrüstung lässt sich die Diagnose sichern und die Erkrankung in bis zu 70 Prozent der Fälle sehr gut behandeln.

Epilepsie-Anfälle oder schwere Verläufe können überwacht werden

Am Rhön-Klinikum Campus gibt es eine spezialisierte Fachabteilung Epileptologie. Diese wurde nun neu organisiert und um eine Vier-Betten-Video-EEG-Monitoring-Einheit für Diagnostik und therapeutisches Monitoring bei schweren Epilepsien und Verläufen erweitert. Beim Video-EEG-Monitoring werden über EEG-Elektroden – angebracht am Kopf der Patienten – die Hirnströme laufend aufgezeichnet. Die Videokamera liefert synchron dazu Bilder.

Die Patienten können so bis zu 72 Stunden kontinuierlich überwacht werden, um beispielsweise schwere Verläufe oder konkrete Epilepsie-Anfälle therapeutisch zu überwachen. Geleitet wird die Abteilung von Dr. Hassan Soda. Er ist Chefarzt der Klinik für Akutneurologie, Stroke Unit und neurologische Intensivmedizin. Außerdem von Dr. Tobias Knieß (Epileptologe und Chefarzt der Klinik für Neurologische Rehabilitation). Zum interdisziplinären medizinischen Team gehören Marius Stan (Oberarzt der Akutneurologie) und Irena Kirova (Fachärztin Neurologie).

Epilepsie-Abteilung kooperiert eng mit der Radiologie

„Durch die enge Kooperation mit der Klinik für Radiologie am Campus ist eine hochwertige zerebrale Bildgebung möglich - für uns ein unerlässlicher Baustein einer qualifizierten diagnostischen Einschätzung bei Verdacht auf eine Epilepsie“, so Soda. Patienten werde eine sogenannte „Epilepsie-Komplexbehandlung“ angeboten. Dies ist eine stationäre Behandlungsform für Menschen mit einer schwer einstellbaren Epilepsie mit neurologischen oder neurokognitiven Einschränkungen.

Neben komplexen medikamentösen Ein- und Umstellungen stehen täglich Physio-, Ergotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen den Patienten mit dem Sozialdienst rund um die Uhr zur Seite.

Rehabilitative Maßnahmen zielen darauf, krankheitsbedingte funktionelle Einschränkungen der Patienten zu reduzieren und eine individuelle Beurteilung von Risiken und Möglichkeiten für deren berufliches und privates Leben zu geben. Über den Sozialdienst und diverse Kooperationspartner wie dem telemedizinischen Netzwerk (TelEp) der Universitätsklinik Erlangen, der Epilepsieberatungsstelle Unterfranken am Juliusspital Würzburg und dem Netzwerk Epilepsie und Arbeit (NEA), wird eine umfassende interdisziplinäre sozialmedizinische Beratung und Begleitung für Betroffene und deren Angehörige ermöglicht, heißt es abschließend.

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