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Saal: Risikopatient Wald und Pläne für einen Discounter

Braune Fichten inmitten eines oft noch grünen Waldgürtels gehörte im Jahr 2020 auch in der Markgemeinde Saal zum Waldbestand. Immerhin fielen rund 1000 Festmeter dem Borkenkäfer zum Opfer.
Foto: Hanns Friedrich | Braune Fichten inmitten eines oft noch grünen Waldgürtels gehörte im Jahr 2020 auch in der Markgemeinde Saal zum Waldbestand. Immerhin fielen rund 1000 Festmeter dem Borkenkäfer zum Opfer.

Der Borkenkäfer hat im vergangenen Jahr auch dem Wald in Saal und Waltershausen erheblich zugesetzt. Das jedenfalls sagte Forstbetriebsleiter Hubert Türich bei der Sitzung des Gemeinderates Saal am Donnerstagabend. Dort stellte sich mit Simon Pillmeier auch der neue Forstrevierleiter vor und gab gleichzeitig Einblicke zur Jahresbetriebsplanung 2020 und die geplanten Maßnahmen im Saaler und Waltershäuser Wald für das laufende Jahr vor.

Saal habe rund 200 Hektar Gemeindewald, der vorbildlich bewirtschaftet ist. Dafür sei natürlich das entsprechende Fachpersonal verantwortlich. Die Jäger sollten als Partner in Augenhöhe mit dem Waldbesitzer zusammenarbeiten, so Türich. Der Lebensraum bestimme die Population. Der Wald müsse nachhaltig und zwar in alle Richtungen bewirtschaftet werden.

Viele Bäume als Risikopatienten

Hingewiesen hat er auf die 20-jährige Waldplanung, die deshalb notwendig sei. Information bekam das Gemeindegremium mit Bürgermeisterin Conny Dahinten über allgemeine Themen zum Wald oder auch die Einnahmequelle durch die Holznutzung. Ein Problem sei bei alledem aber die Witterung, die das Wachstum bestimmt. Bedingt durch Borkenkäferbefall waren im vergangenen Jahr alle Bäume Risikopatienten, "denn der Borkenkäfer hat allen gravierend zugesetzt und wir sind noch nicht am Ende."

Gut sei es, dass von Seiten der Staatsregierung eine entsprechende Finanzspritze gegeben wurde, die allerdings noch nicht ausgezahlt ist. Im vergangenen Jahr musste ein Lagerplatz für das "Käferholz" gefunden werden und zwar 500 Meter vom Waldrand entfernt. Insgesamt sprach der Forstbetriebsleiter von einem positiven Jahresabschlussergebnis. Er schränkte jedoch ein: "Allerdings fehlt uns noch eine Rechnung, aber trotzdem können wir zufrieden sein", resümiert Türich.

Das Wild gehört zum Wald

Kurz ging er auf das Wild im Wald ein und sagte, dass das zu einem Wald gehört. Wichtig sei dabei aber, dass der Jäger mit den Verantwortlichen im Forst zusammenarbeitet. Vorgestellt hat sich dann der neue Forstrevierleiter Simon Pillmeier. Der 27-Jährige kommt aus dem Würzburger Raum, wohnt in Wollbach und arbeitet beim Amt für Landwirtschaft in Bad Neustadt. Auch er ging auf das Käferholz ein, das sich aktuell bei rund 1.000 Festmetern einpendelt. Geplant seien neue Kulturen mit Kirsche, Elsbeere, Speierling oder auch Weißtanne. Für das Jahr 2021 ist ein Holzeinschlag von insgesamt 1.690 Festmetern auf  einer Fläche von 20,8 Hektar vorgesehen. Hieraus erwartet man Einnahmen in Höhe von etwa 69.200 Euro. Diesen stehen Ausgaben mit 36.500 Euro gegenüber. Die Förderung des Freistaats Bayern belaufen sich auf insgesamt auf 28.000 Euro.

Für Kulturen, Neukulturen und Zaunbau sind insgesamt rund 31.200 Euro eingeplant. 8.543 Euro fallen für Mitgliedsbeiträge, Forstbetreuung durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und unter anderem Verwaltungskostenbeiträge an. Weitere Ausgaben in Höhe von 9.600 Euro sind für Wegeunterhaltung, Verbrauchsmaterial, Geräte, Feuchtbiotop, Ausgrasarbeiten, Zaunabbau und Bewirtschaftung der Grundstücke vorgesehen. Den Gesamteinnahmen in Höhe von 97.200 Euro stehen  85.843 Euro Ausgaben gegenüber. Damit erwartet man in diesem Jahr ein Plus in Höhe von  11.357 Euro bei der Waldbewirtschaftung. Dem stimmte das Ratsgremium ohne Gegenstimme zu.

Ein Netto-Markt für Saal

Diskussionen gab es zum Bebauungsplan "Am Oberbach" in Saal. Hier soll ein Netto-Einkaufsmarkt entstehen. Gesucht wird noch eine Ausgleichsfläche mit rund 5.000 Quadratmetern, sagte Bürgermeisterin Conny Dahinten. Sie erläuterte anhand vorliegender Planungen das neue Gewerbegebiet. Hierfür wird die Bauleitplanung zunächst erforderlich. Dazu gehören die Bürgerbeteiligung sowie die Anhörung der Träger öffentlicher Belange.

Wichtig sei es diese Planung auf den Weg zu bringen, damit der Verbrauchermarkt das notwendige Baurecht bekommt. Dazu erhofft man sich einen rechtskräftigen Bebauungsplan im Juli, so dass im August mit dem Bau des Verbrauchermarktes begonnen werden kann. Netto hat bereits einen Mietvertrag über einen Zeitraum von 15 Jahren unterschrieben.

Der kleine Borkenkäfer hat auch im Saaler und Waltershäuser Wald im vergangenen Jahr große Schäden angerichtet.
Foto: Hanns Friedrich | Der kleine Borkenkäfer hat auch im Saaler und Waltershäuser Wald im vergangenen Jahr große Schäden angerichtet.

Der Entwurf des Bebauungsplanes sieht ein Grundstück für einen Lebensmittelmarkt mit einer Größe von rund 5.752 Quadratmeter vor. Weiterhin ist südlich davon ein weiteres Grundstück mit einer Größe von etwa 4.670 Quadratmetern eingeplant. Gegen eine Stimme billigte der Gemeinderat den Entwurf und beauftragte das Planungsbüro mit der Durchführung der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung. 

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