Schönau

Schönauer Wald leidet unter der Trockenheit

In Schönaus Wald ist in den vergangenen Jahren weniger eingeschlagen worden, als laut Plan möglich gewesen wäre.
Foto: Marion Eckert | In Schönaus Wald ist in den vergangenen Jahren weniger eingeschlagen worden, als laut Plan möglich gewesen wäre.

Der Christbaumverkauf war in der Adventszeit über viele Jahre hinweg ein großes Event. Doch mit den Jahren kamen immer mehr Alternativen bei Bau- und Lebensmittelmärkten auf, der Eventcharakter in Schönaus Wald verschwand. Hinzu gab es Probleme mit jungen Bäumen durch die Trockenheit in den vergangenen Jahren. Bürgermeisterin Sonja Rahm spricht von 90 Prozent Ausfall. Nach ihren Angaben sorge die Christbaumkultur seit Jahren für ein Defizit. Die Rede ist von 510 Euro Einnahmen in 2019 und 4060 Euro an Ausgaben. In 2020 wurden 1040 Euro eingenommen und 8100 Euro ausgegeben, wobei hier Kosten für Zaunbau beinhaltet sind.

Bürgermeisterin Rahm stellte zur Diskussion, wie die Gemeinde künftig mit der Christbaumkultur verfahren möchte. Schließlich wurde, mit einer Gegenstimme, beschlossen, dass versucht werden soll, einen Pächter für die Anlage zu finden, der zudem auch den jährlichen Christbaumverkauf anbieten soll.

Das dritte Trockenjahr in Folge

Zu Gast war im Gemeinderat Forstdirektor Hubert Türich, der den Gemeinderäten einen Grundsatzvortrag zum Thema Forst hielt. 550 Hektar Wald habe Schönau, der sich recht kompakt um den Ort herum aufteile. Auch der Schönauer Wald habe unter dem dritten Trockenjahr in Folge zu leiden. Zwar habe der Wald einen hohen Kieferanteil, doch auch Kiefern beginnen unter der Trockenheit zu leiden. Die Borkenkäfervermehrung überschwemme den Holzmarkt, in der Folge brach der Holzpreis ein, was zu geringeren Einnahmen führe. Der Fichte gehe es noch schlechter. "Die Fichte ist nicht die Baumart der Zukunft", sagte Türich.

Dreiviertel der Baumarten im Schönauer Wald sind Nadelhölzer. An erster Stelle steht die Kiefer, gefolgt von Lärche, Fichte und Douglasie. An Laubarten sind Buche und Eiche die Hauptvertreter. Der Waldumbau zu  einem zukunftsweisenden und klimatoleranten Mischwald sei einer der Schwerpunkte. Der Schönauer Wald ist relativ alt, das Verjüngen des Bestandes bezeichnete Türich als Herkulesaufgabe. Aufgrund des niedrigen Holzpreises sei in den vergangenen Jahren deutlich weniger eingeschlagen worden, als laut Plan möglich wäre.

Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald

Revierförster Michael Heinrich, der zugleich auch Gemeinderat ist, stellte den Jahresbetriebsplan für 2021 vor. Für den Schönauer Gemeindewald werde eine Nachhaltigkeitsprämie beantragt, die in Höhe von 53 000 Euro auf der Einnahmenseite verbucht werden kann. 76 200 Euro werden aus Holzverkäufen erwartet. Insgesamt rechnet Heinrich mit 156 972 Euro an Einnahmen. Auf der Ausgabenseite stehen 93 800 Euro. Die Holzernte wird mit 38 000 Euro beziffert. Im vergangenen Jahr wurden 1264 Festmeter statt der möglichen 3000 Festmeter eingeschlagen. 1000 Festmeter entfallen auf Kiefernholz. 1625 junge Pflanzen wurden gesetzt, vorwiegend Eiche und Lärche, auf 0,4 Hektar wurde Zaun zum Schutz der jungen Pflanzen gebaut. Im Nutzungsverzicht des Vertragsnaturschutzes befinden sich zwei Flächen mit etwa 3,3 Hektar.

Für 2021 sind 1420 Festmeter Einschlag vorgesehenen, 7050 junge Bäume sollen auf 4,6 Hektar gepflanzt werden. Auf 2,2 Hektar ist Zaunbau vorgesehen. Auf Nachfrage erklärt Heinrich, dass der  jetzt eingesparte Holzeinschlag zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Preise wieder besser sind, nachgeholt werden soll, ohne den Wald nachhaltig in Gefahr zu bringen.

Neuvermessung und Neuverteilung

Auch Heinrich nahm das Thema Wildschäden auf und berichtete von Stichproben auf 4,49 Hektar. Unterm Strich könne gesagt werden, dass pro Hektar 1000 Euro Schaden beziffert werden können. Bis zu 89 Prozent Verbiss sei im Laubholz aufgetreten. "Wenn wir den Wald umbauen wollen und alles verbissen wird, was wir unternehmen, dann bringt uns das nicht weiter."

Im Schönauer Wald findet derzeit ein Waldbereinigungsverfahren statt. Die nächsten Schritte sind die Neuvermessung und Neuverteilung. Das Verfahren wird aber nicht über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sondern über das Amt für ländliche Entwicklung betrieben.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Rhön-Grabfeld und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Schönau
Marion Eckert
Baumarten
Bäume
Holzpreise
Laubholz
Lebensmittelmarkt
Michael Heinrich
Mischwald
Nadelholz
Pflanzen und Pflanzenwelt
Wald und Waldgebiete
Wildschäden
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top