Bad Königshofen

Städtische Baumschutzverordnung: Es gibt noch Redebedarf

Ist eine Verordnung sinnvoll, um die Bäume in der Stadt Bad Königshofen zu schützen? Die Abstimmung im Stadtrat über einen Antrag wurde erst einmal vertagt.
Stadtbildprägend und erhaltenswert: die alte Linde am Luitpoldbrunnen. Ob die Stadt Bad Königshofen eine Baumschutzverordnung erlässt wie von Stadträtin Sabine Rhein beantragt, darüber wurde in der Sitzung am Donnerstagabend noch nicht abgestimmt.
Foto: Alfred Kordwig | Stadtbildprägend und erhaltenswert: die alte Linde am Luitpoldbrunnen. Ob die Stadt Bad Königshofen eine Baumschutzverordnung erlässt wie von Stadträtin Sabine Rhein beantragt, darüber wurde in der Sitzung am ...

Ist eine Baumschutzverordnung für das gesamte Stadtgebiet von Bad Königshofen notwendig? Dieser Auffassung ist zumindest die Grünen-Stadträtin Sabine Rhein, die in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend einen dahingehenden Antrag stellte. Rhein begründete die Notwendigkeit einer Baumschutzverordnung vor allem mit dem Klimawandel. Das Pariser Abkommen müsse auch in den Städten und Gemeinden umgesetzt werden. Ziel müsse es sein, nicht nur möglichst viele Bäume in der Stadt zu erhalten, sondern auch neues Grün zu schaffen. Die im Stadtrecht ausgeführten Bestimmungen seien nicht mehr auf der Höhe der Zeit und seien zudem auf die Altstadt begrenzt. „Die Bedeutung eines guten Baumbestandes ist in den vergangenen Jahren in den Hintergrund getreten“, schreibt Sabine Rhein in ihrem Antrag.

Mehr Verwaltungsaufwand

Bürgermeister Thomas Helbling meinte, dass ein solcher Erlass in der Stadtverwaltung kritisch gesehen wird. Einerseits sei es natürlich ein Vorteil, wenn Bäume nicht mehr so einfach gefällt werden könnten. Andererseits bedeute die Umsetzung der Verordnung eine erhebliche Mehrbelastung für die Verwaltung. Auch der Aspekt des Eingriffs in das Privateigentum sei zu berücksichtigen. Einige Stadträte wie zum Beispiel Anton Fischer pflichteten dem Bürgermeister bei.

Wichtig sei doch in erster Linie, dass neue Bäume gepflanzt werden, nachdem ein älterer oder kranker Baum gefällt wurde.  „Eine Baumschutzverordnung ist deshalb nicht nötig.“ Andere Gremiumsmitglieder wie Gerald Kneuer oder Petra Friedl unterstützten dagegen den Antrag von Sabine Rhein, während sich Roland Köth unentschieden äußerte. Nach sachlicher Diskussion einigte man sich schließlich auf den Vorschlag von Oliver Haschke: Bevor über eine Baumschutzverordnung abgestimmt wird, werden sich einige Stadträte mit der Verwaltung zusammensetzen, um auszuloten, was genau eigentlich in einer Baumschutzverordnung stehen und wie sie umgesetzt werden soll.  

Zwei große Bauvorhaben genehmigt

Seit einigen Jahren erlebt Bad Königshofen einen Bauboom wie selten. In der Stadtratssitzung wurde nun zwei weiteren großen Bauvorhaben im Stadtgebiet zugestimmt. Zum einen ging es um den Neubau von 16 Doppelhaushälften in der Sparkassenstraße auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei, für das es schon seit geraumer Zeit einen positiven Vorbescheid gibt.  

Das Gelände der ehemaligen Bad Königshöfer Ziegelei. Der Stadtrat genehmigte dort den Neubau von 16 Doppelhaushälften.
Foto: Alfred Kordwig | Das Gelände der ehemaligen Bad Königshöfer Ziegelei. Der Stadtrat genehmigte dort den Neubau von 16 Doppelhaushälften.

Zugestimmt wurde dabei einigen Abweichungen von der Satzung über besondere Anforderungen an die Gestaltung von baulichen Anlagen im Altstadtbereich. So darf der Antragsteller zum Beispiel Garagen mit Flachdach errichten, pro Wohneinheit ein Dachflächenfenster einbauen und statt Holzfenster Kunststofffenster verwenden. Zum anderen gab der Stadtrat grünes Licht für den Neubau einer Produktions- und Logistikhalle zur Herstellung von pharmazeutischen Glasbehältern in der Industriestraße. Dort hatte Ende vergangenen Jahres das Unternehmen „Bormioli Pharma“ die Firma ISO Arzneiverpackungen übernommen. Die Produktionshalle wird 2585 Quadratmeter groß sein, die Logistikhalle 1468 Quadratmeter.

Klostergarten wird neu gestaltet

Zu Beginn der Sitzung hatte der Stadtrat einstimmig der Fortschreibung des von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH aus München (GMA) ausgearbeiteten Entwicklungskonzept „Einzelhandel“ zugestimmt, das Gabriele Ostertag zuvor näher erläutert hatte. Nach der Vorstellung eines Konzeptes zur Neugestaltung des Klostergartens durch Bauhofleiter Markus Schunk wies Maria-Theresia Geller auf die „Vermüllung“ des Luitpoldbrunnens hin, in erster Linie verursacht durch Verpackungen von Speisen und Getränken, und appellierte an die Gastronomie und die Kunden, mehr Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen.

Frank Helmerich und Petra Friedl gingen im Zusammenhang mit der dritten Welle der Corona-Pandemie  dann kurz auf die großen Probleme beim Testen der Schüler ein. Die beiden Stadträte forderten deutlich mehr Testkapazitäten ein, wenn schon mehrmals in der Woche an den Schulen getestet werden müsse. Dabei mitzuhelfen sei auch Aufgabe der Stadt. Bürgermeister Helbling verwies auf ein zeitnah geplantes Gespräch mit dem Krisenstab. Ziel sei es, in Bad Königshofen weitere Teststrecken einzurichten. 

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