Willmars

Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis im Visier

Die langfristige Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis ist Ziel des Wasserzweckverbandes Willmarser Gruppe (im Bild zu sehen die Anlage im Wasserwerk Willmars).
Foto: Archiv Eva Wienröder | Die langfristige Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis ist Ziel des Wasserzweckverbandes Willmarser Gruppe (im Bild zu sehen die Anlage im Wasserwerk Willmars).

Der Wasserzweckverband Willmarser Gruppe mit den Mitgliedsgemeinden Ostheim, Nordheim und Willmars hat bei seiner jüngsten Sitzung den Haushalt für das kommende Jahr beschlossen. 2021 sind insbesondere Maßnahmen zur Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis von Bedeutung.

Der Vorsitzende, Ostheims Bürgermeister Steffen Malzer, hatte bereits bei der konstituierenden Sitzung der Verbandsversammlung Ende Mai dieses Jahres darüber informiert, dass die wasserrechtliche Bewilligung zur Grundwasserentnahme aus den vier Brunnen des WZV zum 31.12.2020 ausläuft. Ziel ist es, eine langfristige Erlaubnis zu erhalten. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, gibt es eine Übergangsfrist von vier Jahren. Wie Malzer nun erklärte, wurden diesbezüglich Gespräche mit den Fachbehörden, der Abteilung Wasserrecht am Landratsamt Rhön-Grabfeld und dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, geführt. Um eine langfristige wasserrechtliche Genehmigung zu erhalten, ist es zwingend notwendig, dass ein Fachbüro eine optische Untersuchung mit Kamerabefahrung aller Brunnen vornimmt, Schäden ermittelt und eine Prognose zur Schadensentwicklung abgibt. Zudem sind umfangreiche geophysikalische Untersuchungen und Wasseranalysen notwendig, um ein Sanierungskonzept zu erstellen.

Kamerabefahrung und Geophysik

Für die Kamerabefahrung und Geophysik sind im Haushalt 2021 Baukosten in Höhe von 113 000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen Baunebenkosten von 15 000 Euro für Planung, Ausschreibung sowie Wasserbilanz, Zusammenstellung der Wasseranalysen und Formulierung des Sanierungskonzeptes. Die Ausschreibung soll noch im alten Jahr erfolgen, um dann im Frühjahr mit dem Verfahren beginnen zu können. Für die Umsetzung des Sanierungskonzeptes hat man in den mittelfristigen Finanzplan vorsorglich 150 000 Euro und 160 000 Euro für die beiden Folgejahre angesetzt.

Die Verbandsräte sahen es kosten- und arbeitstechnisch als sinnvoll an, dass im Zuge der geplanten Kamerabefahrung im Frühjahr in den Brunnen 2 und 3 gleich die Pumpen erneuert werden sollten. Pro Pumpe fallen inklusive Einbau Kosten von etwa 6000 Euro an.

Haushaltsplan für das Jahr 2021

Marc Huter, der Kämmerer und Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim, erläuterte den Haushaltsplan für das Jahr 2021. Demnach schließt der Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit je 534 000 Euro ab, der Vermögenshaushalt mit je 160 400 Euro. Im Verwaltungshaushalt rechnet man mit höheren Kosten in den Bereichen Ausbildung, EDV, Fahrzeugunterhalt und Dienstleistungsersatz an die VG Ostheim. Mehrausgaben fallen für die Doppelbesetzung des Wasserwartes weg. Dies ist auch maßgeblich für die Reduzierung der Betriebskostenumlage von 297 000 auf 272 900 Euro.

Im Vermögenshaushalt finden sich neben den oben genannten Ausgaben für die Neubeantragung der wasserrechtlichen Erlaubnis und die Pumpenerneuerung u.a. Beschaffungen von Ausstattung und Werkzeugen. Da der Verband aktuell über eine Rücklage von gut 162 000 Euro verfügt, sollen 113 000 Euro von den Ausgaben im Vermögenshaushalt darüber finanziert werden. Der Rest – 47 400 Euro – wird über die Investitionsumlage gedeckt.

Der Umlageschlüssel errechnet sich auf Grundlage der im Jahr 2015 bis 2019 gelieferten Wassermengen. Für die Stadt Ostheim belaufen sich die Betriebskosten- und die Investitionskostenumlage zusammen genommen auf rund 231 700 Euro, für die Gemeinde Nordheim auf 58 600 Euro und für die Gemeinde Willmars auf 30 100 Euro.

Einstimmiges Votum für den Haushalt

Die Haushaltssatzung nebst Finanzplan für den Zeitraum 2020 bis 2024 und Stellenplan 2021 wurde vom Gremium einstimmig verabschiedet. Steffen Malzer merkte an, dass Wasser das höchste Gut sei und man froh sein könne, eine so gut funktionierende Wasserversorgung zu haben. Dies sei vielen Bürgern nicht bewusst und es werde oft über den Wasserpreis geschimpft, ergänzte der Willmarser Bürgermeister Reimund Voß. Er rechnete vor, dass der WZV jährlich beachtliche 330 000 bis 340 000 Kubikmeter Wasser liefert und die reinen Herstellungskosten eines Kubikmeters sauberen Trinkwassers für die Gemeinden bei lediglich etwa einem Euro liegen.

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