Bad Königshofen

Viel weniger Gäste in Bad Königshöfer Übernachtungsbetrieben

Einschränkungen wegen Corona: Wie hart trifft die Pandemie Hoteliers, Pensionsbetreiber und Ferienhausvermieter im Grabfeld ? Eine Umfrage.
Das Hotel Ebner in Bad Königshofen. Laut Betreiberin Melanie Ebner gab es viele Stornierungen nach dem Covid-19-Ausbruch Ende September.
Foto: Alfred Kordwig | Das Hotel Ebner in Bad Königshofen. Laut Betreiberin Melanie Ebner gab es viele Stornierungen nach dem Covid-19-Ausbruch Ende September.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Als die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Menschen in Deutschland im März rapide in die Höhe schnellten, reagierte die Politik mit einem Lockdown. Folge: Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben kam in vielen Bereichen zum Erliegen. Auch die Beherbergungsbetriebe in Bayern traf es hart. Sie mussten Mitte März schließen und durften erst wieder nach dem 30. Mai öffnen.

Kaum  Gäste aus dem Ausland

Auch danach hat Volker Salzinger vom Hotel Vier Jahreszeiten noch unter der Corona-Pandemie zu leiden. So habe es nach dem Hochschnellen der Infektionszahlen im Bereich von Bad Königshofen Ende September Umsatzeinbrüche von bis zu 70 Prozent gegeben.  Aber auch die steigenden Infektionszahlen in Europa und einigen Großstädten machen dem Hotelier zu schaffen. „Es fehlen die Gäste aus Holland, Italien oder auch Berlin,“ sagt Salzinger. Auf die aktuelle Situation angesprochen meint der Gastronom, dass es langsam etwas aufwärts geht. Er achte peinlichst auf die Desinfektionsmöglichkeiten und natürlich die vorgegebenen Abstände im Rahmen der Hygieneregeln. „Es ist wichtig, dass die vorgeschriebenen Maßnahmen eingehalten werden, um das Virus in den Griff zu bekommen“, so der Hotelbetreiber.

Melanie Ebner vom gleichnamigen Hotel in Bad Königshofen schließt sich diesen Aussagen an. Sie spricht von Stornierungen vor allem nach dem Covid-19-Ausbruch im Raum Bad Königshofen.  Da das Hotel vor allem durch Gruppenreisen belegt sei, habe es starke Umsatzeinbrüche gegeben.  Auch in ihrem Haus würden die vorgegebenen Hygieneregeln voll und ganz umgesetzt – auch im dazugehörigen Biergarten, wo man mit dem Besuch zufrieden sei. „Wir haben die Tische auseinander gerückt und achten auf Abstand, Desinfektion und Maskenpflicht geachtet.“ Aktuell gebe es Überlegungen, wie man den Außenbereich in den kommenden Wintermonaten mit nutzen könnte.

Weniger Geburtstagsfeiern

Christian Fischer vom Hotel Schlundhaus ist weitgehend zufrieden angesichts der Situation. Er spricht von einem Umsatzeinbruch von etwa 20 Prozent. Abgenommen hätten die Geburtstagsfeiern, da vor allem die älteren Menschen zu Hause bleiben. Sehr gut besucht sei in den Sommermonaten der Biergarten gewesen, weshalb er überlege, Heizpilze aufzustellen. Wichtig sei es, dass eventuelle Einschränkungsmaßnahmen lokal begrenzt bleiben. „Wenn in Mellrichstadt oder Bad Neustadt ein Covid-19-Fall gemeldet wird, muss nicht gleich der gesamte Landkreis still gelegt werden.“

Eines der zahlreichen Häuser in der Ferienhaussiedlung in Sulzfeld. Laut Verwalterin Susanne Hanshans gibt es noch keine Anfragen für den Jahreswechsel.
Foto: Susanne Hanshans | Eines der zahlreichen Häuser in der Ferienhaussiedlung in Sulzfeld. Laut Verwalterin Susanne Hanshans gibt es noch keine Anfragen für den Jahreswechsel.

Wie bei seinen Kollegen gelten auch in seinem Haus strenge Hygieneregeln. „Weihnachten sind wir bereits ausgebucht“, so Fischer. Man müsse natürlich abwarten, wie sich die Lage weiter entwickle.

50 Prozent weniger Übernachtungen

Auch die noch recht junge Pension „Freizeitzentrum Sambachshof“, die im vergangenen Jahr ihren ersten kompletten Saisondurchlauf erlebte, musste infolge des Lockdows starke Umsatzeinbußen hinnehmen. „Wir waren ab Ostern bis in den Herbst hinein eigentlich so gut wie ausgebucht“, erinnert sich Karl-Heinz Wachmer, neben seinem Sohn Jürgen Geschäftsführer des Familienunternehmens mit seinen aktuell 25 Betten und drei Ferienwohnungen ist. Mitte März seien die Einnahmen dann bis Ende Mai komplett weggebrochen. „Auch die vielen über Ostern und Pfingsten geplanten Familienfeiern wurden alle abgesagt.

Seit Juni bis heute gebe es zwar wieder viele Buchungen, aufzuholen seien die Verluste aber nicht mehr. „Wir gehen von rund 50 Prozent weniger Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr aus“, so die Einschätzung von Wachmer. „Das ist aber natürlich immer noch besser als nichts“, betont Wachmer, der optimistisch in die Zukunft schaut: Zu den aktuell drei Ferienwohnungen sollen in absehbarer Zeit sieben weitere dazukommen.  

Noch keine Anfragen für Silvester

Mit der Belegung der von ihr verwalteten sieben Ferienhäuser in der Sulzfelder Ferienhaussiedlung ist Susanne Hanshans zufrieden, seit der Lockdown Ende Mai wieder aufgehoben wurde. „Von Juni bis September waren praktisch alle Häuser ausgebucht“, so Hanshans, die sich seit 17 Jahren um die Vermietung kümmert und auch Betreiberin des Waldcafes ist. Traditionell seien die Ferienhäuser auch über Silvester und Neujahr ausgebucht. Bislang habe man allerdings noch keine einzige Anfrage für diesen Zeitraum. „Die Zeiten sind im Moment wohl zu unsicher, um schon jetzt ein Ferienhaus für den Jahreswechsel anzumieten.“   

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