Oberelsbach

Wald hat große Bedeutung für die Gemeinde Oberelsbach

Käferholz meterhoch gestapelt: Am sogenannten 'Zick-Zack-Küppel' oberhalb der Straße zwischen Weisbach und Ginolfs lagert seit Monaten Käferholz. In diesen Tagen gelingt Stück für Stück der Abtransport. Die extreme Trockenheit hat auch dem Oberelsbacher Gemeindewald sehr zu schaffen gemacht. Im Jahr 2020 wurde ein Defizit von 127 000 Euro eingefahren.
Foto: Marc Huter | Käferholz meterhoch gestapelt: Am sogenannten "Zick-Zack-Küppel" oberhalb der Straße zwischen Weisbach und Ginolfs lagert seit Monaten Käferholz. In diesen Tagen gelingt Stück für Stück der Abtransport.

Mit seinen knapp 900 Hektar gehört der Oberelsbacher Wald zu den größten kommunalen Wäldern in der Bayerischen Rhön. Entsprechend große Bedeutung wird in der Gemeinde der Forstwirtschaft beigemessen. Da lag es auch nahe, dass Bürgermeisterin Birgit Erb der Beratung des Forstbetriebsplans 2021 und dem Rückblick auf das Waldjahr 2020 eine eigene Sitzung des Bau- und Umweltausschusses widmete, in der Revierförster Matthias Schlund und Betriebsleiter Hubert Türich den Ratsleuten fachkundig Auskunft zu allen Belangen des Waldes geben konnten. Trotz aller derzeitigen Widrigkeiten stellte Erb zum Schluss fest: "Wir sind stolz auf unseren Wald."

Das dritte extreme Trockenjahr in Folge machte auch dem Oberelsbacher Gemeindewald ganz schön zu schaffen. Gerade für die Fichte wird es unter den derzeitigen Klimabedingungen immer schwerer. Durch die langanhaltenden Dürre- und Hitzeperioden wurde der Baumbestand so geschwächt, dass sich im Sommer der Borkenkäfer explosionsartig ausbreitete. "Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag im vergangenen Jahr darauf, Käferholz aus dem Wald zu entfernen und aufzuarbeiten, damit die noch stehenden gesunden Bäume nicht gleich wieder befallen werden", so Hubert Türich. "Nichtstun ist keine Alternative." Mehr als Dreiviertel des gesamten Holzeinschlags in der Marktgemeinde im Jahr 2020 war Schadholz und ging als sogenanntes "ZE" (zufälliges Ergebnis) in die Statistik ein, erklärte Förster Matthias Schlund in seinem Vortrag.

Fichtenholz war nicht mehr zu verkaufen

Eine weitere Folge der extremen Trockenheit war, dass der Holzmarkt im vergangenen Jahr völlig eingebrochen war, berichteten Türich und Schlund. Fichtenholz sei zwischenzeitlich gar nicht mehr vermarktbar gewesen. "Die Aufarbeitung hat mehr gekostet als der Verkauf", erklärte Hubert Türich das Dilemma. In ausreichendem Abstand zum Wald hat man daraufhin große Mengen an Käferholz zunächst zwischengelagert, die nun Stück für Stück abverkauft und abtransportiert werden. Solche riesigen Holzpolter kann man beispielsweise am "Zick-Zack-Küppel" oberhalb der Straße zwischen Weisbach und Ginolfs beobachten.

Im Bereich der Altdurchforstung (insgesamt 3108 Festmeter) waren die Forstleute besonders in den Abteilungen "Männerholz" und "Rhönlein" aktiv, berichtete der Förster. Im Bereich der Jungdurchforstung wurde ausschließlich Schadholz aufgearbeitet und die Jungbestandspflege blieb mit nur 2,5 Hektar in der Michelau weit hinter dem Plan zurück. In der Betriebsklasse II, zu der der Kernzonen-Wald des Marktes Oberelsbach gehört, wurden an der Schornhecke 329 Festmeter Schadholz aufgearbeitet. Der eigentlich geplante Einschlag von 1000 Festmetern am Heidelstein konnte noch nicht durchgeführt werden. Hier hofft man in Oberelsbach auf Bewilligung des im Jahr 2020 gestellten Verlängerungsantrags zur Kernzonennutzung. Auch im Bereich der Kulturen und Pflanzungen konnte im vergangenen Jahr nicht alles durchgeführt werden, was sich die Fachleute vorgenommen hatten.

Forstbetriebsplan für das Jahr 2021

Der Forstbetriebsplan für das Jahr 2021, der zunächst vom Bau- und Umweltausschuss und zwei Tage später vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde, sieht einen Gesamtholzeinschlag von 4810 Festmeter im Jahr 2021 vor. Auch sollen die 1000 Festmeter in der Kernzone am Heidelstein eingeschlagen werden. Der Plan sieht außerdem 28 100 Pflanzen auf 7,1 Hektar Neukulturfläche vor. 2250 Meter Zaun sollen hierfür gestellt werden.

Für 2021 rechnet Kämmerer Harald Omert mit einem Überschuss von 115 900 Euro. Darin enthalten wären auch rund 80 000 Euro Einnahmen aus der Nachhaltigkeitsprämie des Bundes, wonach Waldbesitzer pauschal mit 100 Euro pro Hektar gefördert werden, sowie 30 000 Euro Verkaufseinnahmen aus bereits im Jahr 2020 eingeschlagenem Holz. Dieser zu erwartende Überschuss würde auch das vorläufige Defizit des Jahres 2020 in Höhe von 127 000 Euro wieder wettmachen. Im Bereich der Kernzone wird mit einem Überschuss von weiteren 10 000 Euro im Betriebsjahr 2021 gerechnet.

Ohne Diskussion wurde der Vorschlag der Bürgermeisterin zur Festsetzung der Holzpreise angenommen. Für Hartholz sollen Gemeindeangehörige weiterhin 47 Euro je Festmeter zahlen, Auswärtige zahlen fünf Euro mehr. Der Preis für Weichholz bleibt bei 35 Euro je Festmeter.

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