Sulzdorf

Zimmerau: Eine neue Fassade und ein Aufzug für den Bayernturm

Turm-Sanierung in Sulzdorf: Wegen der Corona-Pandemie lag das Projekt ein ganzes Jahr lang auf Eis. In diesem Jahr sollen nun Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Bald soll es losgehen: Der Bayernturm im Sulzdorfer Ortsteil Zimmerau wird saniert und soll einen Außenaufzug bekommen. Dann können auch Menschen mit Handicap die grandiosen 360-Grad-Aussicht  genießen, die bis weit nach Thüringen hinein und bis zur Rhön reichen. Mit im Bild der „Berggasthof  Bayernturm“, der 1967 errichtet wurde.
Foto: Rhönballon/Foto Hemmerich | Bald soll es losgehen: Der Bayernturm im Sulzdorfer Ortsteil Zimmerau wird saniert und soll einen Außenaufzug bekommen.

Für die Gemeinde Sulzdorf begann das Jahr 2020 mit einer erfreulichen Nachricht: Der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogel kam Anfang Februar vorbei, um Bürgermeisterin Angelika Götz mitzuteilen, dass der Freistaat Bayern eine Sonderförderung in Höhe von 400 000 Euro für die Sanierung des Bayernturms gewähren wird.

Ohne diese Geldspritze hätte die relativ finanzschwache Gemeinde das auf rund 500 000 Euro veranschlagte und dringend notwendige Projekt nicht stemmen können.  Mit einem Gläschen Sekt wurde damals auf die nun gesicherte Renovierung des Turms angestoßen, der Mitte der 1960er Jahre auf dem Büchelberg errichtet wurde.

Corona bremste das Projekt aus

Nur wenige Wochen später war mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie und dem ersten harten Lockdown quasi von einem Tag auf den anderen vieles zur Nebensache geworden. Auch die Sanierung des Bayernturms stand in Sulzdorf nicht mehr ganz oben auf der Agenda.

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Das soll sich aber im Laufe dieses Jahres ändern, wie Bürgermeisterin Angelika Götz unter der Maxime „aufgeschoben ist nicht ausgehoben“ auf Nachfrage der Redaktion betonte. „Wir sind wieder am Ball, was die Sanierung unseres Bayernturmes betrifft“, so die Rathauschefin. Man habe das Projekt natürlich nicht vergessen, es coronabedingt bislang aber noch nicht angehen können. Sie gehe aktuell davon aus, dass der Gemeinderat im Laufe dieses Jahres einen Planer mit der Durchführung der Baumaßnahme beauftragen wird.

In die Jahre gekommen: Auch an der Aussichtskanzel des Bayernturms hat der Zahn der Zeit kräftig genagt.
Foto: Rhönballon/Foto Hemmerich | In die Jahre gekommen: Auch an der Aussichtskanzel des Bayernturms hat der Zahn der Zeit kräftig genagt.

Ideen-Aufruf im Gemeindeblatt

Die Sulzdorfer Bürger wurden kürzlich von der Bürgermeisterin im Mitteilungsblatt der Gemeinde über den Stand der Dinge in Sachen Turmsanierung informiert. Nachdem hoffentlich ein Ende der Pandemie in Sichtweite sei, könne man nun Nägel mit Köpfen machen. Jetzt gelte es, sich sowohl seitens des Gemeinderates, aber auch seitens der Bürgerinnen und Bürger Gedanken zu machen, wie eine sinnvolle Umgestaltung erfolgen kann. Ideen und Vorschläge könnten sowohl schriftlich als auch in einem persönlichen Gespräch unterbreitet werden. „Wer den besten Vorschlag unterbreitet, wird mit einem Exemplar der aktuellen Gemeindechronik belohnt“, verspricht Angelika Götz.

Außenaufzug geplant

Auch wenn die Planung im Detail noch ausgearbeitet werden muss, stehen einige unumgängliche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen bereits fest. Denn es ist schon seit einigen Jahren nicht zu übersehen, dass der 38 Meter hohe Turm mit seinen 182 Treppenstufen nicht nur eine neue Fassade benötigt, sondern auch neue Fenster eingebaut werden müssen.

Herzstück des „neuen Bayernturms“ wird ein Außenaufzug sein, damit auch Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte sich die Umgebung von der Plattform aus ansehen können.  „Von der Sanierung des Bayernturms wird nicht nur die Gemeinde Sulzdorf, sondern die ganze Region profitieren“, ist Götz überzeugt.

Richtfest: Der Bayernturm in Zimmerau wurde 1966 errichtet und noch im Sommer des gleichen Jahres eingeweiht.
Foto: Archiv Reinhold Albert | Richtfest: Der Bayernturm in Zimmerau wurde 1966 errichtet und noch im Sommer des gleichen Jahres eingeweiht.

Bayernturm

Eines der Wahrzeichen der Region ist der Bayernturm auf dem Büchelberg. Die Planungen für den Aussichtsturm begannen 1964, nachdem die Gemeinderäte der beiden Zonenrandgemeinden Zimmerau und Sternberg auf Anregung von Landrat Karl Grünewald den Bau in unmittelbarer Zonengrenznähe beschlossen hatten. Es wurde die Gründung einer „Turmgemeinschaft Zimmerau-Sternberg“ vereinbart. Auf dem Büchelberg, einer Anhöhe von 429 Meter, glaubte man den richtigen Platz für einen Aussichtsturm gefunden zu haben. Ursprünglich war vorgesehen, in sieben Stockwerken des Turms moderne Fremdenzimmer und auf der Plattform ein zweigeschossiges Restaurant entstehen zu lassen. Die Bauausführung verzögerte sich jedoch vor allem wegen der Finanzierung eines solchen Großprojekts. Nach Abstrichen in der Planung (verzichtet wurde wegen fehlender Mittel auf Aufzug und Restaurant, auch wurde eine Höhe von 38 Meter als ausreichend erachtet) begannen die Bauarbeiten. Der Turm, der 365 000 Mark kostete, konnte im Frühsommer 1966 bestiegen werden. Am 21. August 1966 wurde der „Bayernturm“ dann offiziell seiner Bestimmung übergeben.  1967 errichtete Edmund Spielmann in der Nähe des Turms eine Gaststätte, den Berggasthof „Zum Bayernturm“. 1979 wurden für 250 000 Mark ein Parkplatz sowie eine Toilettenanlage gebaut.
Quelle: Reinhold Albert
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