Grafenrheinfeld

Aktionsbündnis: Keine Atommülltransporte nach Grafenrheinfeld

Das Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft befürchtet, dass radioaktive Abfälle aus anderen Meilern hier länger als die genehmigten zehn Jahre gelagert werden.
Anfang 2021 soll die neue Bereitstellungshalle für schwach- und mittelradioaktive Stoffe auf dem Gelände des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld in Betrieb genommen werden.
Foto: PreussenElektra GmbH, Andreas Fassnacht. | Anfang 2021 soll die neue Bereitstellungshalle für schwach- und mittelradioaktive Stoffe auf dem Gelände des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld in Betrieb genommen werden.

Kraftwerksbetreiber PreussenElektra hat die Genehmigung, in der sogenannten Bereitstellungshalle (Beha) in Grafenrheinfeld 20 Prozent schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus seinen anderen Kernkraftwerk-Standorten einzulagern (wir berichteten). Dazu meldet sich das Schweinfurter Aktionsbündnises gegen Atomkraft (SWAB) zu Wort.

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Laut Sprecherin Babs Günther gebe es durchaus ein Zwischenlager in Würgassen am Standort des rückgebauten AKWs.  Laut Aussagen der BGZ (Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH) betreibe man dort ein Abfall-Zwischenlager (AZW) für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Doch inzwischen plane die BGZ dort eine Art Eingangslager für Schacht Konrad zu errichten. Dort sollen schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus ganz Deutschland zusammengeführt und für die Endlagerung bereit gestellt werden, so die Mitteilung. Der Ausbau sei zwar  gestoppt worden. "Doch es ist davon auszugehen, dass die BGZ alles versuchen wird, um das Projekt trotzdem zu realisieren", so Babs Günther weiter.

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"Atommülltransporte sind riskant - wegen des Unfallrisikos, wegen der Strahlenbelastung – und müssen daher soweit als möglich vermieden werden", so die SWAB. Es mute wie ein Schildbürgerstreich an, den schwach- und mittelradioaktiven Abfall von Würgassen  nach Grafenrheinfeld zu transportieren, wo er "maximal zehn Jahre" gelagert würde, um ihn dann wieder nach Würgassen zurück zu transportieren.

20 Prozent des in der BeHa in Grafenrheinfeld einzulagernden Materials dürfe  von anderen AKW-Standorten stammen. Die Pressesprecherin von PreussenElektra begründet es damit, dass der Konzern „flexibel“ sein möchte. "Die gewünschte Flexibilität von PreussenElektra erhöht die Gefährdung der Bevölkerung - das wird offensichtlich in Kauf genommen", betont das Aktionsbündnis. 

Aus Sicht des Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft erscheine es fraglich, ob die Befristung zur Lagerung von Fremdstoffen in der BeHa eingehalten wird. Die geplante Endlagerung von Atommüll in dem alten Eisenbergwerk Konrad bei Salzgitter entspreche in keiner Weise heutigen Anforderungen an eine sichere Lagerung radioaktiver Abfälle. Ein breites Bündnis arbeite mit Erfolg gegen die Inbetriebnahme des Projektes. Inzwischen wurde laut SWAB der Beginn der Einlagerung radioaktiver Abfälle in Schacht Konrad auf 2027 verschoben. Selbst wenn die Einlagerung 2027 beginnen sollte, dauere es 30 bis 40 Jahre, bis alle für Konrad vorgesehenen Abfälle dort eingelagert sein werden. Folgerichtig müssten die Abfälle wesentlich länger im Zwischenlager verbleiben als bis 2031.

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Die Politikwissenschaftlerin Ursula Schönberger, Mitglied der AG Schacht KONRAD und Leiterin des Projektes atommüllreport meint dazu: „Die Befristung der Lagerung in der BeHa mit Verweis auf die Inbetriebnahme des Atommüllprojektes Schacht Konrad ist völlige Augenwischerei. Die Befristung auf zehn Jahre war reine Taktik im Genehmigungsverfahren."

Das SWAB befürchtet, dass in Grafenrheinfeld das selbe passiert wie in Ahaus: die Verlängerung der Betriebsgenehmigung für weitere Jahrzehnte ohne weitere Sicherheitsüberprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung.

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