Bergrheinfeld

Kläranlage den Anforderungen nicht gewachsen

Teuer wird für die Gemeinde die Sanierung der Kläranlage, die von Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld seit über 40 Jahren gemeinsam betrieben wird.
Foto: Horst Fröhling | Teuer wird für die Gemeinde die Sanierung der Kläranlage, die von Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld seit über 40 Jahren gemeinsam betrieben wird.

Die Kläranlage und der anfallende Klärschlamm beschäftigten erneut den Bergrheinfelder Gemeinderat. Diesmal ging es um die Weiterentwicklung der Anlage, um einen neuen Wasserrechtsbescheid zu erhalten. Zunächst ging es aber um etwas ganz anderes. Das Gremium gedachte dem in der vergangenen Woche plötzlich verstorbenen Altbürgermeister Peter Neubert.

"Peter Neubert hat von 1999 bis 2017 als 1. Bürgermeister der Gemeinde Bergrheinfeld vorgestanden", so Bürgermeister Ulrich Werner in seiner Würdigung. Während seiner hauptamtlichen Tätigkeit habe er die Gemeinde nachhaltig zu einer zukunftsfähigen, attraktiven und modernen Kommune weiterentwickelt. Viele Projekte seien in seiner 18-jährigen Amtszeit verwirklicht worden. Als Beispiele nannte Werner den Neubau des gemeindlichen Bauhofs, den Bau der Umgehungsstraße sowie die Sanierung des Rathauses.

Stets ein offenes Ohr für Vorschläge und Kritik

Vom 1. November 1974 bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister war Neubert als Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung Bergrheinfeld im Bereich Bauverwaltung tätig gewesen. In seiner Eigenschaft als 1. Bürgermeister habe er sich für ein faires und parteiübergreifendes Miteinander im Gemeinderat eingesetzt. Er habe stets ein offenes Ohr für Vorschläge und Kritik aus der Bevölkerung gehabt.

Anschließend gab Daniel Keller, Leiter der Kläranlage, die Bergrheinfeld gemeinsam mit Grafenrheinfeld betreibt, einen Überblick über die bestehende Situation. Ziel sei, den ausgelaufenen Wasserrechtsbescheid zu erneuern. Aktuell sei die Anlage rechnerisch überlastet, die Belastungsspitzen bei Regen seien höher als die Einwohnergleichwerte. Täglich fielen rund 1200 Kubikmeter Schmutzwasser an.

Ein Institut habe durch Messreihen die Belastung der Anlage untersucht. An vier Stellen in Bergrheinfeld, Grafenrheinfeld und Garstadt sei in zwei Zeiträumen (Mai/Juni und Oktober) an insgesamt 32 Tagen das Abwasser gemessen worden. Die Belastungsspitzen seien dabei nicht so ausgeprägt gewesen wie 2016. So habe sich die Belastung aus dem Industriegebiet "Am Bahnhof" halbiert.  

Anlage kann die neuen Auflagen nicht erfüllen

Im Mittelwert seien jetzt die Abwasser von 16 000 Einwohnergleichwerten zu reinigen. Damit sei die Anlage überlastet. Nach jetzigem Stand könne die Anlage die neuen Auflagen nicht erfüllen. Empfohlen worden sei auch, den Kostenschlüssel zu aktualisieren. So solle der Anteil von Grafenrheinfeld von 35 auf 40 Prozent erhöht werden.

Bautechniker Martin Dürr gab einen Überblick über die empfohlenen Maßnahmen, um die Kläranlage für die Zukunft zu ertüchtigen. Dazu gehöre beispielsweise die Umstellung von aerober auf anaerobe Schlammbehandlung in einem Faulturm. Außerdem müsse der Beton der Klärbecken untersucht werden. Für diese Maßnahmen sei eine Potenzialanalyse notwendig. Für die Analyse und die Sanierung gebe es Zuschüsse aus Förderprogrammen. Die Anträge müssten spätestens bis Dezember 2021 eingereicht werden. Einstimmig befürwortete das Gremium die Potenzialanalyse. 

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