Schweinfurt

Stadt soll sich für die Industrie stark machen

Drei Stadträte beantragen beim Oberbürgermeister, die Stadt solle einen "Schweinfurter Dialog Innovation und Standort" einrichten. Was steckt genau dahinter?
Das Rathaus soll einen Innovations- und Standort-Dialog für die Industrie initiieren. Das fordern drei Stadträte in einem gemeinsamen Antrag an Oberbürgermeister Sebastian Remelé.
Foto: Oliver Schikora | Das Rathaus soll einen Innovations- und Standort-Dialog für die Industrie initiieren. Das fordern drei Stadträte in einem gemeinsamen Antrag an Oberbürgermeister Sebastian Remelé.

"Ostunterfranken mit den regionalen Schwerpunkten Kitzingen, Haßfurt, Ebern, Mellrichstadt, Bad Neustadt und dem Zentrum Schweinfurt wird von erheblichen Veränderungen in der Metallindustrie erfasst", heißt es in dem Antrag der Stadträte Norbert Lenhard (SPD), Frank Firsching (Linke) und Georg Wiederer (FDP). Elektromobilität und andere Technologien wie Wasserstoff beträfen den Antriebsstrang des Automobils, Autonomes Fahren und andere Einflussgrößen das gesamte Geschäftsmodell Automobil.  Auch andere Branchen wie Medizintechnik, Windkraft, Textil und Druck, Rohstoffe, Energie und deren Zulieferer hätten erhebliche Umstrukturierungen infolge der Digitalisierung vor sich.

Verein, GmbH oder Stiftung?

Die Stadt Schweinfurt soll dem Antrag zufolge "gemeinsam mit den betreffenden Landkreisen und den Städten Bad Neustadt (Preh, Siemens, Siemens-Valeo), Mellrichstadt (Reich), Haßfurt (Unicor) und Ebern (FTE-Valeo), einen regionalen Dialog" initiieren mit dem Ziel, das regionale Cluster stärker zu vernetzen, Kräfte zu bündeln und Unterstützungsmaßnahmen abzuleiten. Dazu soll die Stadt – wenn möglich mit Unterstützung der bayerischen Landesregierung – die Bildung einer Kooperationsorganisation in Form eines Vereins, einer GmbH oder Stiftung anregen. Finanziert werden soll diese über Mitgliedsbeiträge der Unternehmen, beteiligten Städten und Landkreisen sowie der IHK.

Als Aufgaben des Dialogformates sehen die Antragsteller unter anderem, unternehmensübergreifende Transparenz herzustellen zu den Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Standorte und die Arbeitnehmer, ferner das regionale Netzwerk zu verbessern und den Informationsfluss zwischen den Akteuren – Industrie, Parlamente, Kommunen – sicherzustellen.

Wichtig: Schulen und Bildungsträger

Außerdem soll die Dialog-Organisation Maßnahmen für die regionale Infrastruktur (Energie, Kommunikation, Verkehr, Gewerbe- und Industrieflächen) ableiten, sowie für die Qualifizierung von Beschäftigten und den Bedarf an zukünftigen Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit freien Bildungsträgern, berufsbildenden Schulen, der Fachhochschule und Gymnasien. Zur Aufgabe gehört demnach ferner, Maßnahmen für das regionale Marketing zur Anwerbung von Fachkräften und Ansiedlung von Betrieben und Dienstleistern zu beschreiben. 

Als beteiligte Akteure sehen die Antragsteller Unternehmen der Region und deren Zulieferer verschiedener Branchen mit dem Schwerpunkt Automobilzuliefererindustrie und sonstige Metallindustrie, Gewerkschaften und Betriebsräte, die Fachhochschule und Berufsschulen, die Stadt Schweinfurt mit ihrer Wirtschaftsförderung, die Vertreter anderer Städte und Landkreise und die Industrie- und Handelskammer, die ein Büro mit einem verantwortlichen Geschäftsführer einrichten könnte.

Vorschlag für erste Schritte

Als erste konkrete Schritte schlagen die drei Stadträte unter anderem vor, der Schweinfurter IG-Metall-Chef Peter Kippes könne im Stadtrat die Ergebnisse des Transformationsatlas' der IG-Metall für die Region Main-Rhön vorstellen. Die Großbetriebe sollten in Kooperation mit der Stadt und später unter Einbeziehung der Region reihum einen Dialog mit dem neuen Format "Schweinfurt Dialog Information und Standort" veranstalten. Auf Vorstandsebene solle das Unternehmen jeweils die Konzernstrategie vorstellen zu Transformation, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung. Und: Die Fachhochschule, die regionalen Bildungsträger sowie die Berufsschulen sollten ihre Ideen zur Vernetzung und Kooperation vorstellen.

In der Gesellschaft sei eine gewisse Industriefeindlichkeit festzustellen, heißt es abschließend in dem Antrag. Wichtige Infrastrukturmaßnahmen träfen auf Widerstand. "Die Bedeutung der Zusammenhänge herauszuarbeiten und die Begründung der Argumente für unsere industrielle Basis ist eine gemeinsame Aufgabe der Akteure."

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