Würzburg

Britisches Insellicht inspiriert Andi Schmitt

Ausstellung im Würzburger Spitäle: Andi Schmitt vor 'Himmel und Erde'.
Foto: Joachim Fildhaut | Ausstellung im Würzburger Spitäle: Andi Schmitt vor "Himmel und Erde".

Himmel über einem niedrigen Horizont auf quadratischen Ölgemälden, darauf begrenzt der Künstler Andi Schmitt sein Schaffen. Knapp 50 Beispiele hängen in seiner neuen Ausstellung „Himmel und Erde“ im Spitäle an der Alten Mainbrücke, das heißt knapp 40 sind’s bloß. Denn fünf sind nicht quadratisch, sondern leichte Querformate; drei stellen das Blau eines Nachthimmels in Form von Pixelmustern dar; und sechs sind keine Öl-Originale, sondern Reproduktionen im Künstler-Digitaldruck, streng auf eine Zwölfer-Auflage beschränkt.

Man sieht: Das Arbeitsprinzip des Hausherrn in der VKU-Galerie lässt vehemente Ausnahmen zu. Eben diese Beobachtung führt auf die ständigen Wiederholungen in seiner – seit einem Vierteljahrhundert andauernden – Phase zurück: Auch hier ist nämlich jedes Bild anders. Es gibt detailreiche Landschaften unter bizarren Wolkenspielen, auf der anderen Seite große Leere. Gemeinsam ist solchen gegensätzlichen Kompositionen eins: das Licht. Das Licht in seiner Vielfalt hält Schmitts Oeuvre in einer Einheit zusammen.

"Ein  Stück Zeit einfangen"

Auf die tatsächlichen Orte unter Schmittschen Himmeln kommt es dabei nicht an. Der Absolvent der Münchner Kunstakademie malt auch nicht an der Staffelei an freier Luft. Er saugt die Lichtstimmungen aber in wirklichen Naturerlebnissen in sich auf, und von solch einem Spaziergang und In-den-Himmel-Starren bringt er gern schon mal 50, 100 Fotos mit: „Wenn ich viele Bilder anschaue, dann wird das Erlebnis anders vergegenwärtigt, als wenn ich nur ein einziges Foto hätte“, sagt der moderne Landschafter, dem es darum geht, „ein Stück Zeit einzufangen“. Ihre Individualität streifen die Naturerscheinungen ab, wenn Schmitt auch verrät: „Die britischen Inseln mit ihrem ständig und schnell wechselnden Licht sind mir eine starke Inspiration.“

Soweit Schmitts Stoff. Sein Thema sei aber, „wie man allein in der Welt steht und schaut und staunt über die Sensationen des Alltäglichen“. Dazu gibt es so viel Anlass, dass er „nur einen winzigen Bruchteil davon umsetzen kann“. Den nimmt der Heidingsfelder in seinem Randersackerer Atelier immerhin sehr fleißig in Angriff.

Zumal er gern ein weiteres Thema anklingen lässt: Der Zuschauer kann den Bildern nicht ablesen, ob sich am Himmel ein Unwetter zusammenbraut – oder abzieht. Ob die Sonne gleich untergeht – oder auf. Ein Gefühl der Bedrohung, zumindest der Unsicherheit möchte der Künstler auslösen. Das ist gelungen, sowohl mit Darstellungen kosmischer Leere als auch unter wattigen Wolkenpracken.

Verschwommene Abstraktion

Aus etlichen Richtungen kann der Betrachter sich der aktuellen Bildergalerie nähern. Die technische ist eine davon. Zwar erscheint die Abstraktion in jedem Ausstellungsstück ähnlich, nämlich mehrheitlich ganz leicht verschwommen. Doch es macht, erklärt Andi Schmitt, einen beträchtlichen Unterschied, ob er auf kleinen Holzplatten oder großen Leinwänden malt. Das Kleinformat bearbeitet er „inniger, das entspricht mehr meinem Temperament“.

Für den großen Rahmen – über 1,20 Meter geht er nie hinaus – braucht es „mehr Kraft“; zwar nicht, weil der große Pinsel so schwer wäre, sondern weil das Abstrahieren den Maler stärker hier fordert als auf klar umrissener Schallplattengröße. Und: Wie Musik begreift er sein Tun als Thema mit Variationen.

Bis 4. Juli täglich außer Montag 11 bis 20 Uhr.

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