Würzburg

Corona-Hilfe: 1500 Face Shields aus Würzburg für Äthiopien

Im Kampf gegen Corona spendet die Shield Community Würzburg 1500 ihrer Gesichtsvisiere nach Afrika. Welcher besondere Gast zu Besuch war und was dem Team Sorgen bereitet.
Besuch in Würzburg: Der äthiopische Generalkonsul Fekadu Beyene Ayana baut gemeinsam mit Wolfram Weinhold (Shield Community) Schutzvisiere zusammen. 
Foto: Silvia Gralla | Besuch in Würzburg: Der äthiopische Generalkonsul Fekadu Beyene Ayana baut gemeinsam mit Wolfram Weinhold (Shield Community) Schutzvisiere zusammen. 

Seit April stellt die "Shield Community" in Würzburg Gesichtsvisiere zum Schutz vor Corona her – jetzt hatte die private Initiative hohen Besuch: Der äthiopische Generalkonsul Fekadu Beyene Ayana war aus Frankfurt angereist, um sich im Cube, dem Gründerlabor am Hubland, ein Bild von der Herstellung der Visiere zu machen und beim Zusammenbau mitzuhelfen. Hintergrund des Besuchs: Die Shield Community spendet 1500 ihrer Gesichtsvisiere an die äthiopische Bevölkerung – Teil einer Lieferung von 5000 Visieren, die restlichen kommen von anderen Gruppen, die bundesweit über das Netzwerk "Maker versus Virus" miteinander verbunden sind. 

Die sogenannten "Face Shields" werden aus Overhead-Folie angefertigt, die Halterungen entstehen im 3D-Drucker.  Zusammengesetzt und nachbereitet werden die Schutzvorrichtungen in Handarbeit. Die Herstellung der insgesamt 5000 für Äthiopien hergestellten Schutzvisiere beanspruchte laut Shield Community über 7000 Arbeitsstunden und verschlang Materialkosten von mehreren Tausend Euro.

Die Halterungen der Face Shields entstehen im 3D-Drucker. 
Foto: Silvia Gralla | Die Halterungen der Face Shields entstehen im 3D-Drucker. 

Kontakt nach Äthiopien wurde bewusst gesucht

"Der Kontakt nach Äthiopien wurde von uns bewusst gesucht", sagt Wolfram Weinhold, Gründer und Koordinator der Shield Community. Denn das Virus verschärft die ohnehin gesundheitlich prekäre Lage in dem technisch schwach ausgestattet Land zusätzlich. Zwar verzeichnet die WHO dort bisher nur knapp 400 bestätigte Covid-19-Fälle, doch dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen. Laut Bundeszentrale für politische Bildung gehören Äthiopiens Testkapazitäten zu den niedrigsten der Welt.

Bei der Übergabe der Gesichtsvisiere aus Würzburg: Generalkonsul Fekadu Beyene Ayana (links) und Shield Community-Gründer Wolfram Weinhold.
Foto: Silvia Gralla | Bei der Übergabe der Gesichtsvisiere aus Würzburg: Generalkonsul Fekadu Beyene Ayana (links) und Shield Community-Gründer Wolfram Weinhold.

Generalkonsul Fekadu Beyene Ayana ist sehr froh über die Unterstützung aus Deutschland und macht die Lage deutlich: "Wir befinden uns in einer kritischen Zeit. Es geht um Menschenleben. Projekte wie diese helfen uns, die Verbreitung des Virus zu bekämpfen, daher danke ich allen Beteiligten für ihre Mithilfe."

Internationale Nachfrage nach Gesichtsvisieren ist gestiegen

Mittlerweile treffen Nachfragen aus aller Welt bei der gemeinnützigen Organisation in Würzburg ein. "Das Gesundheitsamt von Senegal hat bereits sein Interesse bei uns angemeldet", sagt Weinhold. "Auf lange Sicht ist es unser Ziel, den Ländern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten."

Zusammen mit dem Netzwerk "Maker versus Virus" wolle man begleitend die Produktion in die Länder vor Ort bringen und sich weiter vernetzen. Es bestünden bereits zusätzliche Pläne für Gesundheitsprojekte, sagt Weinhold.

"Wir geraten finanziell an die Grenzen des Machbaren."
Wolfram Weinhold, Gründer und Koordinator der Shield Community

Dem Gründer bereitet vor allem eines Sorge: Das Geld wird knapp. "Bisher bezahlen wir alles aus eigener Tasche. Wir geraten finanziell an die Grenzen des Machbaren." Viele Freiwillige seien Schüler oder Studenten und besäßen nicht die nötigen Mittel, um das Projekt  länger aus eigener Tasche zu tragen. Zwar sei man dankbar für die Unterstützung durch die Stadt Würzburg und für die Spenden weiterer Geldgeber, doch reichten diese bei weitem nicht aus. Inzwischen habe man nun eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. "Es wäre schön, wenn wir genug Geld zusammen bekämen, um weiterarbeiten zu können. Dadurch können wir Leben retten."

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