Würzburg

Lockdown: Warum es Aufregung um Schoppentrinker am Stein gab

Am Wochenende genossen zahlreiche Würzburger die Herbstsonne am Steinberg – teilweise mit Glühwein und Bratwurst. Wurden dabei alle Lockdown-Regeln eingehalten?
Zahlreiche Spaziergänger genießen am Sonntag (8.11.2020) die Strahlen der Herbstsonne am Würzburger Stein. Weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, gab es Aufruhr in den sozialen Medien.
Foto: Benjamin Stahl | Zahlreiche Spaziergänger genießen am Sonntag (8.11.2020) die Strahlen der Herbstsonne am Würzburger Stein. Weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, gab es Aufruhr in den sozialen Medien.

Am Wochenende lockte die Herbstsonne zahlreiche Menschen aus dem Haus, viele nutzten das schöne Wetter für einen Ausflug an den Würzburger Stein. Fotos, die der Redaktion zugeschickt wurden, zeigen, dass dabei Ausflügler in Grüppchen den zur Mitnahme angebotenen Wein eines ortsansässigen Gastronomen genossen oder selbst Flaschen und Becher im Rucksack dabei hatten.

"Wenn das so etwas nach sich zieht, dann werde ich das nicht mehr machen."
Bernhard Reiser, Gastronom

Doch während zum Beispiel auf der Alten Mainbrücke und in der Innenstadt Masken- und Abstandsgebot durchgesetzt werden, hielten sich einige der Besucher in den Weinbergen nicht an die Corona-Regeln. Nicht nur in den sozialen Netzwerken, wo die Fotos vom Geschehen schnell die Runde machten, sorgte dies für Unverständnis.

Polizei kündigt Kontrollen an

"Wir wurden angerufen und darüber informiert", sagt Kerstin Schoch von der Pressestelle der Würzburger Polizei auf Anfrage. Die Streife habe bezüglich der Mitnahme der verkauften Getränke keine Verstöße festgestellt, die Polizei habe aber aufgrund des größeren Personenaufkommens eine Meldung an die Stadt Würzburg weitergeleitet. "Wir werden aber jetzt aufgrund der hohen Personenanzahl im Rahmen der Streifen regelmäßig vor Ort sein und kontrollieren", kündigt Schoch an.

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"Wir haben ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet", informiert Christian Weiß von der Pressestelle der Stadt Würzburg. "Wir werden den Gastronomen anschreiben und zu einer Stellungnahme auffordern. Es gab ja wohl Verletzungen der Abstands- und Maskenregelungen." Alle offenen Fragen, auch die der Getränkeabgabe 'to go',  würden im Rahmen dieses Verfahrens geklärt, so Weiß weiter. Selbstverständlich habe der Gastronom dann auch Möglichkeiten, sich dazu zu äußern. "Das muss dann die zuständige Abteilung beurteilen", sagt der Pressesprecher der Stadt.

Bratwurst "to go"

Der Gastronom heißt Bernhard Reiser. "Wir haben den Leuten eine Bratwurst 'to go' verkauft, die gab es also nicht in der Serviette auf die Hand, sondern war in einer Tüte eingepackt", sagt er zu den Vorwürfen. "Auch den Wein gab es nur in Flaschen, wir haben ihn also nicht in Gläsern ausgeschenkt." Wer allerdings keine Gläser dabei hatte, konnte diese gegen Pfand mitnehmen.

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"Alles gab es von uns ganz klar mit dem Hinweis, dass das zur Mitnahme gedacht ist, für den Spaziergang im Weinberg, und dass bei uns auf dem Hof kein Verzehr der verkauften Speisen und Getränke geduldet wird", sagt Reiser. "Wir haben hier am Stein ja vier Ebenen, wo man insgesamt 20 Kilometer spazieren gehen kann", erklärt er. "Da kann man sich dann in der Sonne ein Plätzchen suchen. Das war unser Grundgedanke." Die Abstände beim Anstehen seien eingehalten worden, das habe die Polizei auch bestätigt. 

"Wenn die Leute dann auf öffentlichem Grund sind, ist das dann nicht mehr mein Zuständigkeitsbereich. Wir haben sie ja animiert, sich ein schönes Plätzchen im Weinberg zu suchen", sagt er. "Ich will mich nicht bereichern, das war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für meine Azubis, die ich nicht in Kurzarbeit schicken darf. Deswegen hatten wir uns vorher auch mit allem, was gesetzeskonform ist, auseinandergesetzt. Aber wenn das so etwas nach sich zieht, dann werde ich das nicht mehr machen", erklärt Reiser.

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