Würzburg

Superspreader lassen Infektionen in Würzburg wieder steigen

Nach einer kurzen Verschnaufpause steigen die Infektionszahlen in Würzburg wieder an. Wie der Chef des Würzburger Gesundheitsamtes das erneute Ausbruchsgeschehen erklärt.
In Würzburg steigt die Zahl der Corona-Infizierten (Symbolbild) wieder an. 
Foto: Silvia Gralla | In Würzburg steigt die Zahl der Corona-Infizierten (Symbolbild) wieder an. 

Würzburg steht kurz davor, den ersten Signalwert von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner wieder zu überschreiten. Johann Löw, der Chef des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Würzburg, befürchtet, dass der Inzidenzwert in den nächsten Tagen noch weiter steigen wird. Das sagte er in einem Gespräch mit Medienvertretern am Mittwoch. Bereits Anfang September waren die Infektionszahlen in Würzburg besonders hoch. Für eine gewisse Zeit war die Stadt gar Hotspot Nummer eins in Deutschland. 

Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz für Würzburg bei 32,83 (Stand: 15. Oktober). Von Mittwoch auf Donnerstag sind weitere 15 Personen dazu gekommen, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt haben. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Stadtgebiet auf 66 Personen. Für den Landkreis Würzburg hat das Gesundheitsamt fünf Neuinfizierte in die Tagesstatistik aufgenommen. Hier liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 16,64. Insgesamt sind gerade 56 Personen im Landkreis an Covid-19 erkrankt, so die Pressestelle des Landratsamtes.

Im Hotspot Frankfurt zum Party machen

Ein Grund für die steigenden Infektionen in Würzburg sieht Löw in einer Gruppe von jungen Leuten, die in Würzburg bei Feiern unterwegs waren, erklärte Löw. Erst am Dienstag seien diese Neuinfektionen entdeckt worden. Vermutlich haben sich die jungen Leute in Frankfurt angesteckt. Dort seien sie in einer größeren Gruppe unterwegs gewesen. "Vier davon waren positiv", so der Chef des Gesundheitsamtes. "Zwei waren bei verschiedenen Feiern in Würzburg." 

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Noch gelinge es in 50 Prozent der Fälle, die Kontakte nachzuverfolgen, führte Löw aus. Doch die Frage ist, wie lange noch. Wenn die Anzahl der Infektionen zunehme, dann würden die Verbindungen immer diffuser. "Vor allem junge Leute haben viele Kontakte, und so kommen viele Infektionsorte zusammen." Landrat Eberth blickt auf die Würzburger Sanderstraße: "Wenn hier Infizierte von Kneipe zu Kneipe ziehen, wird es schwierig."

Bislang gingen keine Corona-Ausbrüche von Schulen aus

Ziel sei es jetzt, die Gastronomie, bestimmte Berufsgruppen und die Schulen im Auge zu behalten, so Löw weiter. Dabei betonte er, dass noch kein Ausbruchsgeschehen von Schulen ausgegangen sei. Das führt er auch auf die umfangreichen Tests zurück. Aktuell gibt es einen weiteren Fall in der Wolffskeel-Realschule in Würzburg. Dort wurde eine Schülerin positiv getestet. Quarantänemaßnahmen und Reihentestungen laufen aktuell, so die Pressestelle des Landratsamtes.

"Spannend wird die Zeit nach den Allerheiligen-Ferien werden", ergänzte Landrat Thomas Eberth (CSU). "An der Teststrecke und in den Kontaktverfolgungsteams müssen wir gewappnet sein." Löws Appell gilt auch den Kindertagesstätten und Kindergärten. Hier rät er, weiter auf getrennte Gruppen zu setzen, um nicht alle Kinder nach Hause schicken zu müssen, sollte es zu Infektionen kommen.

Der Herbst ist auch der Zeitraum für Bürgerversammlungen in den Landkreis-Gemeinden. Immer wieder würden Anfragen an das Gesundheitsamt gestellt werden, ob diese stattfinden könnten, so die zuständige Juristin Miriam Meder. Noch sei die Bayerische Infektionsschutzverordnung auf kommunalrechtlich geregelte Versammlungen nicht anzuwenden. "Es wird keine Höchstzahl an Teilnehmern vorgeschrieben, wenn die Hygienemaßnahmen eingehalten werden", so Meder. Bis zum 18. Oktober würde diese Regelung noch gelten.

Bürgermeister sollten auf Bürgerversammlungen verzichten

Landrat Eberth rät den Bürgermeistern dennoch dazu, sich zu überlegen, ob eine Bürgerversammlung im Winter nötig ist, wenn die Räumlichkeiten nicht vorhanden sind und Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. "Lieber sollte man darauf verzichten." Dafür hält er Martinsumzüge und Veranstaltungen zum Volkstrauertag für durchführbar. Gerade der Volkstrauertag sei wichtig für die Erinnerungskultur, um zu "mahnen, was nicht sein darf". 

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