Würzburg

Wie sicher sind Corona-Tests in Würzburg?

Omikron greift in Würzburg weiter um sich. Viele Menschen verlassen sich auf die Testergebnisse der Teststellen. Zu Recht? Wie die Qualität der Teststationen kontrolliert wird.
Knapp 70 Corona-Teststellen sind in Stadt und Landkreis Würzburg aktiv. Unangemeldete Kontrollen des Gesundheitsamtes sollen die Qualität der Testungen sichern.
Foto: Silvia Gralla | Knapp 70 Corona-Teststellen sind in Stadt und Landkreis Würzburg aktiv. Unangemeldete Kontrollen des Gesundheitsamtes sollen die Qualität der Testungen sichern.

Die Inzidenzen steigen, Omikron breitet sich weiter aus - und die Stadt Würzburg ist als Hotspot im Freistaat mittendrin. Nicht umsonst benötigen ungeimpfte und ungeboosterte Menschen in vielen Bereichen mittlerweile einen zusätzlichen negativen Testnachweis.

Auch in der Region verlassen sich viele im Umgang mit der Pandemie auf die Testergebnisse der offiziellen Teststellen. Vielleicht nicht immer zu Recht, wie die jüngst bekannt gewordenen Corona-Fälle bei eigentlich negativ PCR-getesteten Spielern des Basketball-Bundesligisten s.Oliver Würzburg zeigten.

Knapp 70 offizielle Teststellen sind nach Angaben des Testmanagements des Gesundheitsamtes Würzburg in Stadt und Landkreis aktiv. Hinzu kommen 20 Apotheken, die ebenfalls kostenlose Bürgertestungen anbieten. Doch wie wird die Qualität der Testungen an Würzburger Teststationen sichergestellt? Und wie hat Omikron die Testungen verändert?

Wie oft werden die Würzburger Teststellen kontrolliert?

Die Häufigkeit der Kontrollen richte sich nach den Kapazitäten des Gesundheitsamtes, teilt das Testmanagement auf Anfrage mit. Generell sei der Anspruch, jede Teststelle mindestens einmal zu kontrollieren. Lägen Bürgerbeschwerden vor, würden jedoch schnellstmöglich weitere Kontrollen angeregt.

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Wie wird kontrolliert?

"Unsere Kontrollen erfolgen unangemeldet und stichprobenartig", so das Gesundheitsamt. Dabei nehme Fachpersonal die Testbetriebe undercover unter die Lupe. Nach abschließender Evaluation werde dann das Gespräch mit den Verantwortlichen vor Ort gesucht und über erforderliche Maßnahmen gesprochen.

Sind die festgestellten Mängel nicht gravierend, würde den Betreiberinnen und Betreibern im Anschluss eine Frist für die Behebung der Missstände gesetzt, so das Gesundheitsamt. Andernfalls, drohe "aufgrund von Unzuverlässigkeit" ein Entzug der Beauftragung zur Betreibung der Teststation.

Stellen die Undercover-Fachkräfte allerdings schwerwiegende Mängel fest, könne die Beauftragung auch mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden.

Worauf wird bei den Kontrollen besonders geachtet?

Bei den Kontrollen achtet das Fachpersonal auf die Einhaltung der medizinprodukterechtlichen, datenschutzrechtlichen und arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben. Oberste Priorität hätten jedoch Hygiene und Infektionsschutz. "Schließlich sollen die Teststellen der Verhütung der Verbreitung dienen und nicht zur Verbreitung des Virus beitragen", so das Gesundheitsamt Würzburg.

Welche Mängel müssen vorliegen damit eine Teststelle geschlossen wird?

"Gravierende Mängel, die beispielsweise zur Schließung einer Teststelle führen können, sind mangelhafte Desinfektion, eine fehlende Identitätsfeststellung der zu testenden Personen oder auch unsachgemäße Lagerung beziehungsweise Anwendung der verwendeten Testkits", teilt das Gesundheitsamt auf Anfrage mit.

Aber auch die Unkenntnis der Mitarbeitenden, was im Fall eines positiven Schnelltests zu veranlassen ist, sowie die fehlende Desinfektion der Handschuhe oder deren Wechsel zwischen den Probeentnahmen könnten zur sofortigen Schließung führen.

Im Würzburger Stadtgebiet habe das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben bereits bei sieben Teststellen die Beauftragung aufgehoben, im Landkreis seien zwei Stellen betroffen. "Außerdem wurden drei Teststellen geschlossen, da diese keine Beauftragung zur Durchführung von Bürgertestungen durch das Gesundheitsamt hatten", teilt das Amt mit.

Gibt es offizielle Vorgaben, welche Tests die Teststationen verwenden müssen?

Laut Vorschrift dürfen Würzburger Teststationen nur zugelassene medizinische Antigen-Schnelltests verwenden, die in einer Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgelistet sind.

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Diese Vorgaben könnten sich jedoch bald ändern. So wolle laut Gesundheitsamt Würzburg das Bundesgesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut und dem BfArM bald eine neue Liste veröffentlichen, in welcher Tests, die die Omikron-Variante zuverlässig erkennen können, aufgezählt werden.

Wie haben sich die Testungen durch Omikron verändert?

Auch mit Verbreitung der Omikron-Variante richtet sich das allgemeine Hygienekonzept an Würzburger Testzentren weiterhin nach der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Seit dem 23. Dezember seien die Kreisverwaltungsbehörden laut Gesundheitsamt jedoch dazu angehalten, Omikron-Verdachtsfälle räumlich beziehungsweise zeitlich separat zu testen.

In Würzburg wurde deshalb kurzfristig der Test-Bus von Stadt und Landkreis am Testzentrum auf der Talavera stationiert. An diesem werden Personen getestet, die von den Kontaktermittelnden im Gesundheitsamt Würzburg als Omikron-Verdachtsfall oder –Kontaktpersonen ermittelt wurden.

Zudem würden mittlerweile auch alle positiv durchgeführten Testungen am Testzentrum Talavera auf die Omikron-Variante hin sequenziert, teilt das Gesundheitsamt mit.

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