Würzburg

Würzburg: Warum die Stadt mit Kiliani-Absage zögert

Noch ziert sich die Stadt mit einer endgültigen Absage des größten Volksfests der Region. Wie die Staatsregierung in München die Lage beurteilt.
Wenn es dunkel wird erstrahlt das Kiliani-Volksfest in Würzburg in seiner ganzen Pracht. Aber im Corona-Jahr 2020 wird das Volksfest wohl nicht stattfinden.
Foto: Patty Varasano | Wenn es dunkel wird erstrahlt das Kiliani-Volksfest in Würzburg in seiner ganzen Pracht. Aber im Corona-Jahr 2020 wird das Volksfest wohl nicht stattfinden.

Das Kiliani-Volksfest ist noch immer nicht abgesagt. Zwar hatte die Pressestelle der Stadt Würzburg für den Mittwochnachmittag eine Pressemitteilung angekündigt. Doch nach der aktuellen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, die man im Rathaus genau verfolgte, zog die Stadt diese Ankündigung zurück. Zwar war der Umgang mit Großveranstaltungen bei der vorangegangenen Besprechung zwischen den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin Thema, Aussagen dazu gab es aber – anders als von der Stadt erwartet – in der Pressekonferenz keine. Und so wartet die Stadt nun auf eine genaue Verordnung der bayerischen Staatsregierung zu Großverantstaltungen, die im Laufe des Donnerstagvormittags erwartet wird. 

Aus München gibt es da deutlichere Signale. Im Gesundheitsministerium etwa kann man sich nicht vorstellen, dass im Juli ein großes Volksfest – denn genau das ist das Kiliani mit über 800.000 Besuchern – stattfindet. Eine Beschlussvorlage des Bundes, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, sagt zudem eindeutig, dass Großveranstaltungen, wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Straßen- oder Schützenfeste sowie Kirmes-Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie untersagt bleiben. Wegen der immer noch gegebenen Unsicherheit des Infektionsgeschehens ist davon auszugehen, dass dies auch mindestens bis zum 31. August so bleiben wird, heißt es in dem Papier weiter. Genau diese Vorlage wurde heute auch in Berlin diskutiert.

Der Grund für das Zögern der Stadt sind ausstehende Haftungsfragen. Weil die Stadt gültige Verträge mit Schaustellern, Wirten und Brauereien hat, wäre die Verwaltung im Falle einer Absage rechtlich angreifbar. Klar ist aber auch: Absagen muss die Stadt als Veranstalter. Nur im Falle einer Anordnung der Staatsregierung, kann sie dann auf das Verbot verweisen.

Andere Volksfeste sind bereits lange abgesagt

Andere große Volksfeste in Bayern sind unterdessen schon seit geraumer Zeit abgesagt. Beispielsweise das Rosenheimer Herbstfest. Dort hatte man zwischen 31. August und 15. September etwa eine Million Besucher, also etwas mehr als beim Würzburger Kiliani, erwartet. Hier ist allerdings die rechtliche Lage eine andere: Veranstalter ist nicht wie in Würzburg die Stadt, sondern ein privater Verein, der die Genehmigung und Verpflichtung zur Ausrichtung der Veranstaltung von der Stadt immer für fünf Jahre erhält. "Es gibt auch Stimmen, die die Absage nicht verstehen, besonders weil es noch lange hin ist und eventuell zu voreilig war", berichtet Klaus Hertreiter, Geschäftsführer des Wirtschaflichen Verbands Rosenheim. Insgesamt waren sich die Veranstalter, die Wirte, die Schausteller und die Brauereien aber einfach schneller einig bei der Absage des Herbstfests.

Das Aschaffenburger Volksfest ist ebenfalls bereits abgesagt. Eine Aussage zu Haftungsfragen war am Nachmittag von der Stadt nicht zu bekommen. Hier ist wie in Würzburg die Stadt der Veranstalter. Auch in Schweinfurt gibt es noch keine Entscheidung. Zwar rechnet die Stadt dort mit einer Absage, definitiv abgesagt ist das Volksfest, das für den 12. bis 22. Juni geplant ist, aber noch nicht. Auch die Bamberger Sandkerwa ist zum ursprünglichen Termin Ende August abgesagt, ein Nachholtermin im September steht aber im Raum.

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