WÜRZBURG

„Business Campus“ in Würzburg warb für mehr Vorsicht beim Umgang mit Smartphone und Laptop

Topthema Datensicherheit: Helge Ruff vom Onlineportal schlagerplanet.com war einer der Diskussionsteilnehmer, die beim „Business Campus“ über Chancen und Risiken von E-Commerce sprachen.Foto: Daniel Peter
| Topthema Datensicherheit: Helge Ruff vom Onlineportal schlagerplanet.com war einer der Diskussionsteilnehmer, die beim „Business Campus“ über Chancen und Risiken von E-Commerce sprachen.Foto: Daniel Peter

Um Chancen und Risiken der Nutzung von Handys und Internet drehte sich der „Business Campus“ in der VR-Bank. Im Mittelpunkt der Reihe „Würzburg trifft . . .“ stand der Vortrag des Kriminalisten und Datenschutz-Experten Andreas Arnemann zum Thema „Wie gut sind unsere Daten auf Handy oder Laptop vor Diebstahl oder Missbrauch geschützt“. Antwort: „Oft viel zu wenig.“

Bruno Fraas, Initiator des „Business Campus“, und Moderator Tilman Meuser hatten sich für das Thema entschieden, „weil viele mittelständische Mandanten, aber auch Privatleute sich nicht ansatzweise vorstellen können, welche Risiken beim unvorsichtigen Umgang beispielsweise mit Smartphones bestehen“.

Sicherheitsexperte Arnemann versuchte vor Vertretern der heimischen Wirtschaft das Bewusstsein für die Risiken der neuen Technik zu schärfen: „Wenn eine Firma plötzlich über Geschäftsrückgang, Verlust von Marktanteilen, die zunehmende Stärke der Konkurrenz klagen, Wettbewerbsnachteile bei Ausschreibungen feststellt oder bei Konkurrenzunternehmen plötzlich identische vergleichbare Produkte und Konzepte bemerkt – da liegt der Verdacht nahe, dass man Opfer von Datenspionen wurde“, sagte er im Interview (siehe Seite 2). Zu 70 Prozent sind kleine und mittelständische Unternehmen das Ziel von Datenspionage oder der Installation von Programmen zur Schädigung der Programme – nicht nur von Geheimdiensten. Arnemann fragt: „Wer könnte von Ihren Interna profitieren? Der Chef? Ihr direkter Wettbewerber im Markt? Ihr Konkurrent auf der Karriere-Leiter? Ihre eifersüchtige Frau?“

Seiner Darstellung zufolge wäre es relativ leicht und kostengünstig, sich zu schützen: Handys und Laptops nicht unbeaufsichtigt liegen lassen. Aufpassen, was man anklickt und auf Reisen sensible Daten für Vorträge lieber auf Papier mitnehmen statt den Laptop mitschleppen, auf dem sie leicht abgeschöpft werden können. „IT-Sicherheit ist Chefsache“, betonte er. Mitarbeiter müssten immer wieder sensibilisiert werden, welche Praktiken Risiken darstellen.

Beim „Business Campus“ wurden aber auch Chancen der Nutzung der neuen Technik präsentiert: Susanne Raup organisiert den bundesweiten Ticket-Verkauf der Würzburger Manfred Hertlein GmbH, eines der größten Konzertveranstalter Deutschlands. Sicherheit wird hier immer wichtiger. Eintrittskarten per Papier und Vorverkaufsstellen gehören bald der Vergangenheit an, der Kunde bestellt schon heute immer häufiger online und zeigt die Karte beim Konzertbesuch auf dem Smartphone vor.

Im Internet spielt auch die Erfolgsgeschichte von Helge Ruff aus München, einem der beiden Geschäftsführer von schlagerplanet.com. Das Onlineportal ist mit 450 000 Friends auf Facebook „heute ein entscheidendes meinungsbildendes Medium der Schlagerbranche“. Auch für dieses Unternehmen, das mit E-Commerce Geld verdient, ist Datensicherheit ein großes Thema.

Jürgen Filser von der VR-Bank beleuchtete den Aspekt „Wie sicher und gut ist das eigene Online-Banking?“ In der Anfangsphase des Online-Bankings habe es bei Banken und Kunden noch Probleme gegeben, nun spreche aber eine Zahl für den erreichten Sicherheitsstandard: „Inzwischen haben wir nur noch bei 1,2 Millionen Zahlungsvorgängen einen Schadensfall.“

BF-P-Anwalt Alexander Stahl – Partner der Firma, die sich auf Beratung von Unternehmen und Privatkunden spezialisiert hat – betonte die Wichtigkeit abgesicherter Technik für den Dialog mit Mandanten. Dabei wechseln sensible Daten hin und her – auch über Ländergrenzen mit unterschiedlichen Rechtsauffassungen von Datenklau hinweg. Dafür müsse man Mandanten sensibilisieren.

Die fränkische Weinkönigin Christin Ungemach drückte den Startknopf für den neuen Internetauftritt bf-p.de, mit dem sich die Beratungsfirma mit innovativen Social Media-Maßnahmen und Bewegtbild der Öffentlichkeit präsentiert.

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