Würzburg

SuedLink verzögert sich: Warum Strom wohl erst 2026 fließt

Die umstrittene Stromautobahn SuedLink wird voraussichtlich erst 2026 fertig sein. Ein Jahr später als zuletzt geplant. Aus welchem Grund - und was hat das für Folgen?
Das Milliardenprojekt SuedLink verzögert sich: Vermutlich erst 2026 soll Windstrom (Symbolbild) über die umstrittene Trasse fließen – ein Jahr später als zuletzt geplant. 
Foto: Patrick Pleul, dpa | Das Milliardenprojekt SuedLink verzögert sich: Vermutlich erst 2026 soll Windstrom (Symbolbild) über die umstrittene Trasse fließen – ein Jahr später als zuletzt geplant. 

Die umstrittene Stromautobahn SuedLink soll voraussichtlich erst 2026 und damit ein Jahr später als zuletzt geplant in Betrieb gehen. "Wir haben durch den Einspruch aus Thüringen sechs Monate verloren", sagt Werner Götz, Geschäftsführer von TransnetBW, in Würzburg. "Jetzt wird mit 2026 geplant."

Im Februar hatten die beiden Netzbetreiber Tennet und TransnetBW ihren "Vorschlagskorridor" für die endgültige Trasse des SuedLinks bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Von Schleswig-Holstein soll die Strecke demnach westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg führen. 

Allerdings: Gegen den geplanten Verlauf hat Thüringen Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Ein Eilantrag dazu wurde im Mai abgewiesen. In der Hauptsache – ob der favorisierte Korridor gegen das Gebot der Geradlinigkeit bei neuen Stromtrassen verstößt – steht die Entscheidung aber noch aus.

Die Betreiber gehen nun davon aus, dass erst 2022 mit dem Bau begonnen werden kann. Der Grund: Die Bundesnetzagentur brauche länger für das Planfeststellungsverfahren. Vier Jahre später soll SuedLink dann fertig sein. Auch das sei "ehrgeizig", so Götz. "Jede weitere Verzögerung wird sich hinten auf den Inbetriebnahme-Termin aufsetzen." Weder für die Versorgungssicherheit noch für den Ausstieg aus der Kernkraft stelle das aber eine Gefährdung dar.

SuedLink und die Proteste
Auf insgesamt rund 700 Kilometern soll der SuedLink Strom von der Nordsee bis in die Industriezentren im Süden Deutschlands transportieren. Ihren "Vorschlagskorridor" für die genaue Trassenführung haben die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW im Februar bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Diese will bis voraussichtlich Ende des Jahres entscheiden, ob sie dem Vorschlag zustimmt. Tennet und TransnetBW rechnen mit rund zehn Milliarden Euro Investitionskosten für den SuedLink.
In ganz Deutschland haben sich mehr als 60 Bürgerinitiativen gegen SuedLink zu einem Bundesverband zusammengeschlossen. Ihr Hauptvorwurf: Mit der Energiewende habe das Projekt nicht viel zu tun. Da die Trasse in den europäischen Strommarkt eingebunden werden soll, könnten auch Atom- und Kohlestrom darüber fließen. Hinzu kommt Kritik am geplanten Verlauf des Korridors. Auch in Unterfranken gab und gibt es zahlreiche Proteste gegen die Stromautobahn. (sp) 
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