Kultur

    
    

BAD MERGENTHEIM
In Bad Mergentheim: Xavier Naidoo wird von Dr. Ton zum Soul-Man

Atemlose Ruhe. Der intensivste Moment dieses großen Open-Air-Konzerts ist der von absoluter Stille. Als Xavier Naidoo zur ersten Zugabe zurück auf die Bühne kommt, bittet er sein Publikum um etwas Ungewöhnliches: um Ruhe. Dann singt er – nur begleitet von Alex Auer an der akustischen Gitarre – „Amoi seg’ ma uns wieder“, die sehr persönliche Ballade des österreichischen Er-Volks-Rockers Andreas Gabalier, den Naidoo einen „neuen Freund“ nennt. Und im Schlosshof von Bad Mergentheim ist es tatsächlich mucksmäuschenstill. »mehr
    
    

BAYREUTH
Wagner-Festspiele Bayreuth: Castorfs „Walküre“ hält sich an fast alle Regeln

Mit allem war nach Frank Castorfs „Rheingold“ zu rechnen – aber nicht mit dieser „Walküre“, in der sich der Regisseur beinahe an alle Regeln konventioneller Opernregie hält. Das bringt die Produktion viel eher an ihre Grenzen, als er es mit dem klassischen Castorf-Repertoire könnte. Zum Glück nutzen Kirill Petrenko und die Sänger diese Chance. Und liefern bei den Bayreuther Wagner-Festspielen allergrößte Kunst ab. »mehr
    
    

NEW YORK
70. Geburtstag von Geraldine Chaplin: Mehr als nur die Tochter von Charlie Chaplin

Am Altwerden kann sie nichts Gutes entdecken: „Ich sehe wirklich keinen Vorteil darin, keinen einzigen“, sagte Geraldine Chaplin vor zwei Jahren einer Frauenzeitschrift. Altern sei „ein grausamer, schrecklicher Prozess“. Doch auch an ihr geht es nicht vorbei, und am 31. Juli wird die Tochter des vielleicht berühmtesten Schauspielers der Kinogeschichte 70. Immerhin: Geraldine Chaplin hat die sieben Jahrzehnte gut genutzt. »mehr
    
    

BERLIN
Neues Buch von Stewart O'Nan: Ein hoch verschuldetes Ehepaar setzt alles auf die Roulettekugel

Die Geschichte beginnt alltäglich. Das Ehepaar Marion und Art fährt zum Valentinstag an die Niagarafälle, wo die beiden vor rund 30 Jahren ihre Flitterwochen verbracht hatten. Es ist allerdings nicht Nostalgie, die sie an den Sehnsuchtsort vieler amerikanischer Liebespaare treibt. Im Gegenteil: Sie kommen mit einem Vorhaben, das die Vergangenheit ungeschehen machen und eine glücklichere Zukunft ermöglichen soll. »mehr
    
    

BAYREUTH
Bayreuther Wagner-Festspiele: Castorfs „Rheingold“ wird milde belächelt

Der leise Zweifel, ob man gerade richtig gehört hat, verschwindet an diesem Abend nie so ganz. Ob man vielleicht was an den Ohren hat. Weil sich im Vorspiel die Streicher und Bläser nicht zu einem breiten Strom formen und gemeinsam flussabwärts fließen, weil es diesmal die Bläser sind, die das meiste Gewicht haben. Die Streicher sind fast nur noch eine Randbemerkung. »mehr
    
    

NEW YORK
Probleme mit Kirche und Konservativen: Wenn Frauen schwule Bücher schreiben

Der Vater einer Freundin hatte sie verraten. Kurz nach einem Warnanruf klingelte es bei Wade Kelly an der Tür. Verärgert machte ihr der Pastor klar, dass kein Mitglied seiner Gemeinde Schwulenromane zu veröffentlichen habe. Wade Kelly müsse Einhalt geboten werden. Vom Ehemann verlangte er, sie unter Kontrolle zu halten. Tränen kullern über die Wangen der US-amerikanischen Autorin, wenn sie von diesem Tag erzählt, ihrem ersten Coming-Out: „Ich will einfach nur diejenige sein dürfen, die ich bin.“ »mehr
    
    

SALZBURG
Salzburger Festspiele: D'Arcangelo als eindimensionaler Don Giovanni

Die Salzburger Festspiele sind am Sonntagabend mit einer Neuinszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ in die heiße Phase gestartet. Superstar Ildebrando D'Arcangelo sang in der Titelrolle das übrige Ensemble mühelos an die Wand, bot aber als bestens aussehender „Latin Lover“ eine recht eindimensionale Zeichnung des berüchtigten Schürzenjägers. »mehr
    
    

MÜNCHEN
Staatsbibliothek erwirbt kostbaren Lafreri-Atlas

Die Bayerische Staatsbibliothek hat für rund 1,4 Millionen Euro den sogenannten Lafreri-Atlas erworben. Er enthält rund 191 Einzelkarten aus den Jahren 1545 bis 1571, wie die Bibliothek am Montag in München mitteilte. Alle seien äußerst selten und wertvoll. Mindestens 15 Karten gelten als Höhepunkt der Kartografie, darunter die erste großmaßstäbige Darstellung Südamerikas. »mehr
    
    

BERLIN
Buch-Tipp: Die Tragik eines Dixieland-Pioniers

Viele legendäre Musiker haben die Entwicklung des Jazz geprägt. Mit am Anfang stand der Kornettist Buddy Bolden. Er vereinte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Elemente aus Blues, Gospel und Ragtime zu einem neuartigen Musikstil, der den Mitgliedern der Bands viel Raum für Improvisationen bot. Weltbekannt wurde dieser Musikstil als Dixieland Jazz. »mehr
    
    

WÜRZBURG
Jan Josef Liefers wird in Würzburg zur freien Stimme der Schlaflosigkeit

Glatte Haut statt störrischem Bart. Schwarzes Shirt statt weißem Kittel. Gelenkiger Hüftschwung statt steifem Gehabe. Jan Josef Liefers zeigte beim Würzburger Hafensommer, dass er mehr draufhat als den zynischen Rechtsmediziner Boerne im Münsteraner „Tatort“. Mit seiner Band Radio Doria spielt der 49-Jährige poetisch-poppigen Deutschrock und knackt sogar die skeptischen Franken. »mehr
    
    

BAYREUTH
Bayreuther Festspiele: Tannhäuser im Käfig der Leidenschaften

Gewöhnungsbedürftige Regieeinfälle stecken zuhauf in Sebastian Baumgartens „Tannhäuser“. Das laute Krachen, das durchs Bayreuther Festspielhaus knallt, gehört nicht dazu. Es geht tatsächlich was kaputt, als der runde Käfig aus dem Bühnenboden nach oben fährt und auf halber Strecke stecken bleibt. Die Eröffnungsvorstellung der Richard-Wagner-Festspiele 2014 ist ganze 25 Minuten alt, als sie abgebrochen wird. Die Zuschauer werden nach draußen gebeten. Nach einer Dreiviertelstunde kündigen Fanfaren das Ende der Zwangspause an, und es dauert noch einmal gut zehn Minuten, bis sich die knapp 2000 Besucher wieder in Ränge und Logen sortiert haben. »mehr
    
    

BAYREUTH
Bayreuther Festspiele: „Der fliegende Holländer“ ist angekommen

Die Schweißnaht zwischen Takt 64 und Takt 65 der Ouvertüre, das ist das erste Mal, dass es still ist im „Holländer“. Im Lauf der Oper gibt es mehrere dieser Momente, ganz besonders still ist es später, wenn auf einmal der Holländer – leibhaftig – dort steht, wo Senta vorher sein Papp-Ebenbild hingestellt hat. »mehr
    
    

WÜRZBURG
Ivan Alboresi geht: Würzburg verabschiedet seinen Meistertänzer

La vita e bella. Das Leben ist schön – und derzeit besonders für einen Mann, der als Italiener in Deutschland ein besserer Deutscher ist, als es die Deutschen selbst für möglich halten würden: „Ich komme lieber fünf Minuten zu früh als eine Minute zu spät, will immer alles geregelt haben. Ich bin also exakt so, wie es der italienischen Sicht eines Deutschen entspricht.“ Meint Ivan Alboresi jedenfalls – und lächelt dazu in jener unverschämt netten Azzurro-Art, wie sie Cappuccinotrinkern in der Werbung immer wieder als original uritalienische Lebenskultur vorgeführt wird. »mehr
    
    
Der Buchtipp: Die IRA und der US-Geheimdienst

Der Buchtipp: Die IRA und der US-Geheimdienst

Der Buchtipp Adrian McKinty: Die Sirenen von Belfast (Suhrkamp, 387 Seiten, 19,95 Euro) 1982 steckt Nordirland seit 13 Jahren im Bürgerkrieg. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) kämpft mit Attentaten gegen die britische Herrschaft und die Dominanz der Protestanten. »mehr
    
    

LISSABON
Abrechnung mit Krieg und Gewalt

Der letzte Roman des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers José Saramago (1922-2010) soll im Oktober als Fragment veröffentlicht werden. Der Schriftsteller hatte das Werk vor seinem Tod nicht mehr vollenden können. Wie die Witwe des Autors, Pilar del Río, in der Online-Zeitschrift „Blimunda“ der Saramago-Stiftung mitteilte, soll das Fragment in Europa und Lateinamerika gleichzeitig auf Portugiesisch, Italienisch, Spanisch und Katalanisch erscheinen. »mehr
    
    

CHEMNITZ
Umfangreiche Retrospektive von Beuys

Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren rund 140 Zeichnungen des Konzeptkünstlers Joseph Beuys (1921-1986). In der umfangreichen Retrospektive werden bis 21. September Aquarelle und Zeichnungen aus den Jahren 1941 bis 1985 gezeigt, sagte die Generaldirektorin der Kunstsammlungen, Ingrid Mössinger. Die Werke stammen überwiegend aus Privatbesitz. »mehr
    
    

OXFORD
Vor 60 Jahren erschien der erste Band: Die sagenhafte Erfolgsgeschichte von Tolkiens Herr-der-Ringe-Saga

Am 29. Juli 1954 kam ein neuer Titel in die britischen Buchhandlungen. Große Erwartungen waren nicht damit verbunden. Der Verleger stufte die Veröffentlichung als „großes Risiko“ ein und befürchtete einen Verlust von 1000 Pfund, obwohl die Auflage mit 3500 Exemplaren nicht einmal besonders hoch war. Das Buch hatte eigentlich ein Kinderbuch werden sollen, aber es war dem Autor in 14-jähriger Arbeit irgendwie entglitten. Er selbst gab unumwunden zu: Es sei „zu lang und zu kompliziert“ geworden. »mehr
    
    

MÜNCHEN/HALLE
Buchtipps: Die DDR auf Fotografien und Postern

Die Wirkung von Bildern ist unbestritten, wobei gemalte vor allem das widerspiegeln, was wahrgenommen werden soll. Sie sind Träger und Vermittler bestimmter Absichten und Botschaften. Fotos hingegen sind zumeist Momentaufnahmen der Realität und sprechen häufig für sich. Zwei Bände, die sich mit diesen Ausdrucksformen befassen, bereichern den Büchermarkt: „DDR Posters – Ostdeutsche Propagandakunst“ des Engländers David Heather und „Stadt, Land, Leben – Fotografien aus der DDR“ des Fotografen Jürgen Graetz mit Texten von Beate Teubert. »mehr
    
    

KLINGENBERG
Premiere bei Clingenburg-Festspielen: Der Jedermann als neureicher Schnösel

Eines vorneweg: Auf der Klingenberger Clingenburg steht kein starker Typ wie Curd Jürgens als Jedermann auf der Bühne, kein Klaus Maria Brandauer, die klassisch markanten Titanen für die ewig gültige Theatergeschichte des Hugo von Hofmannsthal. Bei der Untermain-Version des „Spiels vom Sterben des reichen Mannes“ hatte Festspiel-Intendant und -Regisseur Marcel Krohn keinen Helden im Blick, eher einen modernen, jugendlichen Endvierziger, der zum Charakter der schlanken Inszenierung passt. »mehr
    
    

WÜRZBURG
Würzburger BBK-Galerie: Berührende Bilder vom Leid des Zweiten Weltkriegs

Ein neues Ausstellungsformat ist derzeit in der Galerie des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Unterfranken zu sehen. Seit vergangenem Jahr präsentieren sich die drei BBKs Unter-, Ober- und Mittelfranken auf Gemeinschaftausstellungen, an denen jeweils ein Künstler pro Regierungsbezirk teilnimmt. »mehr
    
    
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