Remlingen

Agrarhandel früher und heute

Der Agrarhandel Eckert feierte 90-jähriges Firmenjubiläum. Schon von der B8 gut sichtbar das alte Hochsilo der Firma Heinrich Eckert.
Foto: Elfriede Streitenberger | Der Agrarhandel Eckert feierte 90-jähriges Firmenjubiläum. Schon von der B8 gut sichtbar das alte Hochsilo der Firma Heinrich Eckert.

Wo geht der Trend hin, das fragte sich bereits Firmengründer Heinrich Eckert als er am 14. Mai 1929 einen Betrieb zum An- und Verkauf von Getreide für Brauereien und Mühlen sowie den Handel von Futter- und Düngemittel in Remlingen gründete. Seine Enkelsöhne Heinrich und Peter Eckert feierten das Firmenjubiläum mit einem Tag der offenen Tür. Als Rahmenprogramm standen für die Gästen Infostände, Glücksrad und Kreuzworträtsel zu Themenbereichen rund um die Landwirtschaft und Firmengeschichte bereit.

Den Handel im Blut, erkannte der Firmengründer Heinrich Eckert bereits als Jugendlicher, dass die Landwirte nicht die Möglichkeiten haben ihren gesamten Ernteertrag auf ihren landwirtschaftlichen Betrieben fachgerecht zu lagern und erfolgreich zu vermarkten. Die Abnehmer des Getreides, Mühlen und Brauereien, hatten wiederum nur begrenzte Lagerkapazitäten. Nur wenn das Getreide richtig gelagert wird, kann es über einen längeren Zeitraum eingelagert und als gesundes Getreide verkauft werden. Dabei ist besonders wichtig, dass es kühl, trocken und gereinigt aufbewahrt wird.

Arbeiten stemmen vier Personen

Obwohl der Firmengründer ein Optimist und Visionär war, hatte er wahrscheinlich nicht mal ansatzweise eine Vorstellung von den Dimensionen des heutigen Agrarhandel Heinrich Eckert, das von seinen Enkelsöhnen Peter und Heinrich Eckert geführt wird. Mit einem Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro und einer Lagerkapazität in den Lagern Remlingen und Mädelhofen von 7800 Tonnen war es ein erfolgreicher Weg durch neun Jahrzehnte. Gestemmt wird die ganze Arbeit von vier Personen, die sich Verwaltung, Vermarktung und die aufwendige Lagerhaltung teilen. Neben Peter und Heinrich Eckert ist Karin Eckert für die Buchhaltung zuständig und Josef Pscheidl übernimmt als Fahrer die Auslieferung an die regionalen Mühlen und Brauereien.

Weitblick und viel Mut waren stets die Wegbegleiter von Heinrich Eckert. Mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Frau Sophie, die den Betrieb während des Krieges und später in der Zeit seiner Gefangenschaft weitergeführt hat, gelang mit einfachen Mitteln der Firmenaufbau. Immer wieder investierte Eckert in größere Lagerhallen, Förder-, Kühl- und Trocknungstechnik. Bereits 1958 wurde das bestehende Lagerhaus aufgestockt und ein Hochsilo mit einer Lagerkapazität von 300 Tonnen Getreide errichtet. Heute verfügt das Familienunternehmen über 7800 Tonnen Lagerkapazität und einer durchschnittlichen Jahres-Umschlagsmenge von 11 000 Tonnen Getreide und Dünger.

Lagerung von Bio-Getreide zur Ernte 2019

Im Jahr 1964 stieg sein Sohn Alfred in die Firma ein und führte sie zusammen mit seiner Frau Hildegard bis 1991. Er kämpfte für die Interessen der Landwirtschaft und des Agrarhandels. Mit dem Außenlager Mädelhofen erweiterte sich sein Kundenkreis. Bis heute liefern Landwirte aus Remlingen, Erlenbach, Tiefenthal, Wüstenzell, Holzkirchen, Dertingen, Holzkirchhausen , Helmstadt, Uettingen, Roßbrunn, Mädelhofen, Hettstadt, Waldbrunn, Waldbüttelbrunn, Greußenheim, Leinach, Triefenstein, Höchberg, Veitsöchheim, Eisingen, Roden, Urspringen und Unteraltertheim ihre Ware ab.

Im steten Wandel von Landbau, Technik und nicht zuletzt dem größeren Fuhrpark der Landwirte passten sich die Lagerkapazität und das Firmengelände den Anforderungen an. Im Jahr 2017 reagierten die Gebrüder Eckert auf den Wandel in der Landwirtschaft vom konventionellen zum biologischen Landbau. Zwei Drittel des Lagers in Remlingen wurden in den vergangenen zwei Jahren aufwendig gereinigt und steht zur Ernte 2019 zur Lagerung von Bio-Getreide zur Verfügung.

"Immer mehr Betriebe in unserem Einzugsbereich orientieren sich weg von der konventionellen Landwirtschaft hin zum Öko-Landbau", berichtet Heinrich Eckert. Die Umstellung sei nicht nur eine Herausforderung, sie erforderte auch eine Zertifizierung des Agrarhandels und viel Input im Umgang mit Bio-Getreide.

Spende für Stammzellenspender-Datei

Zu den zahlreichen Gratulanten gehörte nicht nur Bürgermeister Klaus Elze sondern auch Jochen Diener, Projektmanager Öko-Modellregion Waldsassengau. Er freute sich über die Entscheidung der Firma Eckert, Lagerkapazität für Bio-Getreide zu schaffen.

Anders als bei konventioneller Ware vermarktet die Firma Eckert das Getreide nicht selbst. "Wir sind hier reine Dienstleister", erzählt Karin Eckert. Die Ware wird erfasst, bewertet und gelagert. Den Handel übernimmt die Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern (Pöttmes). Wohin der Weg gehen wird, wird die Zukunft zeigen. Eines ist aber Peter und Heinrich Eckert klar: "Wir müssen mit der Zeit gehen."

Weitblickend wünschten sich die Gebrüder Eckert zu ihrem Jubiläum statt Geschenke eine Spende für Thomas Hoffmanns "Alle Menschen können helfen". Thomas Hoffmann engagiert sich seit vielen Jahren für die Stammzellspender-Datei "Netzwerk Hoffnung" des Universitätsklinikums Würzburg.

Mit einem Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro ist der Argarhandel Eckert weiter auf Erfolgskurs. Das Team des Agrarhandels Eckert (von links) Heinrich Eckert und seine Frau Karin Eckert, Josef Pscheidl und Peter Eckert.
Foto: Elfriede Streitenberger  | Mit einem Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro ist der Argarhandel Eckert weiter auf Erfolgskurs. Das Team des Agrarhandels Eckert (von links) Heinrich Eckert und seine Frau Karin Eckert, Josef Pscheidl und Peter Eckert.
In einer Ausstellung zeigte die Firma Eckert Gerätschaften aus 90 Jahre Agrarhandel.
Foto: Elfriede Streitenberger | In einer Ausstellung zeigte die Firma Eckert Gerätschaften aus 90 Jahre Agrarhandel.
Hildegard Eckert (Mitte), im Bild mit ihren Kindern und Enkelkindern, führte bis 1991 mit ihrem Mann Alfred den Agrarhandel. Noch heute zeigt sie viel Interesse an der Firmenentwicklung.
Foto: Elfriede Streitenberger  | Hildegard Eckert (Mitte), im Bild mit ihren Kindern und Enkelkindern, führte bis 1991 mit ihrem Mann Alfred den Agrarhandel. Noch heute zeigt sie viel Interesse an der Firmenentwicklung.
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