Rieneck

Rieneck: Naturschutz im Wald bringt bares Geld

Auch in diesem Jahr will der Revierleiter Matthias Schleich im Rahmen der Bewirtschaftung des Rienecker Stadtwaldes weitere Totholz- und Biotopbäume ausweisen, kennzeichnen und mit staatlicher Förderung schützen. Die Grundlagen des Vertagsnaturschutzprogrammes Wald, erläuterte Scheich beim Waldbegang des Stadtrates im November 2020.
Foto: Helmut Hussong | Auch in diesem Jahr will der Revierleiter Matthias Schleich im Rahmen der Bewirtschaftung des Rienecker Stadtwaldes weitere Totholz- und Biotopbäume ausweisen, kennzeichnen und mit staatlicher Förderung schützen.

Mit einem positiven Betriebsergebnis von rund 220 000 Euro aus der diesjährigen Waldbewirtschaftung rechnet der Rienecker Revierleiter Matthias Schleich bei der Aufstellung der neuen Jahresbetriebspläne Forst für 2021. Das umfassende Zahlenwerk wurde mit einigen kleineren Anpassungen vom Stadtrat bei seinem jüngsten Treffen einstimmig verabschiedet.

Für das abgelaufene Jahr 2020 hatte der vorherige Forstbetriebsplan ein geringes Minus von 18 000 Euro vorgesehen. "Wir werden aber vermutlich leicht positiv abschließen können", informierte Matthias Schleich auf Nachfrage von Stadtrat Lothar Keßler. Nach Zusammenfassung aller Zahlen will Schleich in einer kommenden Stadtratsitzung über des Betriebsergebnis des Vorjahres berichten.

Ungünstiger Holzmarkt

Die diesjährige Vorausschau für die Pflege des über 1400 Hektar großen Stadtwaldes sieht deutlich positiver aus, obwohl sich an der ungünstigen Holzmarktlage nur wenig geändert hat. "Ohne staatliche Förderprogramme und Zuschüsse wäre aktuell ein positives Ergebnis aus der Waldbewirtschaftung nicht möglich", zog Bürgermeister Sven Nickel Bilanz zur aktuellen Planung.

Denn allein 246 450 Euro Fördermittel weist der neuen Jahresbetriebsplan aus. Dazu zählen sowohl der Gemeinwohlausgleich von 11 150 Euro, als auch die Nachhaltigkeitsprämie mit 146 000 Euro. Die Beteiligung am Vertragsnaturschutzprogramm Wald will der Revierleiter auch weiter ausbauen. Für die zugesicherten 50 000 Euro müsse man weitere Totholz und Biotopbäume finden, kennzeichnen, kartieren und für zwölf Jahre schützen. Weitere Fördermittel sind für Naturverjüngung (30 000 Euro), Jugendpflege (4000 Euro) und aus dem Investitionsprogramm Wald (4800 Euro) abgesetzt.

8700 Festmeter Holzernte geplant

Rund 8700 Festmeter sollen heuer bei der Holzernte anfallen, für die insgesamt ein Erlös von 271 000 Euro vorgesehen ist. Die Eichelsammelaktion bringt 55 000 Euro und der Verkauf von Buchenwildlingen 3000 Eurp. Die Jagdverpachtung trägt 25 340 Euro zu den Gesamteinnahmen von 600790 Euro bei.

Die Gesamtausgaben sind mit rund 378 000 Euro angesetzt. Dazu zählen im Wesentlichen die Personalkosten (drei Waldarbeiter, ein Revierleiter) mit 200 000 Euro und die Rückekosten mit 70 000 Euro, sowie die Sammellöhne für die Eicheln mit 25 000 Euro und die sonstigen Betriebsarbeiten mit 15 000 Euro. Für die Waldwegeunterhaltung sieht die Stadt alljährlich 30 000 Euro vor.

Moderne IT-Ausstattung

Um die Ausstattung der Waldarbeiter, beispielsweise mit einem hydraulischen Fällkeil zu verbessern, erhöhte das Gremium des Ansatz zur Werkzeugbeschaffung von 2000 Euro auf 10 000 Euro. Weiter 12 000 Euro sollen in eine zeitgemäße IT-Ausstattung mit Erfassungsgeräten investiert werden. Insgesamt betragen die Materialaufwendungen 28 000 Euro.

Da bei den Forstkulturen nur 6000 Stück Douglasienpflanzen (3900 Euro) für verschiedene Waldabteilungen vorgesehen waren, empfahl der Stadtrat jeweils  weitere 3000 Euro für Roteichen und weitere Baumarten vorzusehen. Stadtrat Lukas Küber regte hier an, sich bei den Baumarten deutlich breiter aufzustellen und mehr förderfähige Pflanzen zu bestellen.

Klimaresistentere Baumarten

Die Forschung nach klimaresistenteren Baumarten möchte Matthias Hörnis unterstützt wissen: "Wir sollten prüfen, ob wir nicht in ein Versuchsflächenprogramm von staatlichen Institutionen kommen und so aktiv an der Zukunftsentwicklung mitwirken können." Mann könne so den Piloten spielen und sich den Aufwand durch Fördermittel bezahlen lassen.

Die natürliche Verjüngung hält Revierleiter Matthias Schleich für besonders vorteilhaft. Während die alten Bäume sich mit den Klimaveränderungen schwer tun, seien die jungen Pflanzen noch dynamisch genug, um sich den aktuellen und künftigen Verhältnissen anzupassen. "Wenn Naturverjüngung, dann müssen wir diese auch schützen und einzäunen", regte Wolfgang Küber dazu an.

Beim Holzverkauf setzt die Stadt Rieneck auf mehrere bewährte Käufer. "Kiefernstammholz ist aktuell unverkäuflich und bei der Fichte gibt es auf Grund der Kalamitäten im In- und Ausland derzeit keine Abnehmer für Frischholz", berichtete Schleich. Das Gremium stimmte deshalb zu, aktuell auf den Einschlag von frischer Kiefer und Fichte zu verzichten. Für den aktuell auf gutem Niveau befindlichen Lärchenmarkt laufen noch Verhandlungen mit den Abnehmern. Auch will man Hopfenstangen verkaufen.

Die Energieholzpreise für örtliche Käufer wurden je Festmeter auf 52 Euro bei Buche, 43 Euro bei Eiche und 42 Euro bei Birke festgesetzt. Für Losholz sind weiterhin 100 Euro zu entrichten.

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