Karsbach

Zwei Brunnen bilden die Basis

Am Karsbacher Brunnenhaus erläuterte Bürgermeister Martin Göbel den Gemeinderäten die Grundzüge der Trinkwasserversorgung für die vier Ortsteile Karsbach, Heßdorf, Höllrich und Weyersfeld.
Foto: Helmut Hussong | Am Karsbacher Brunnenhaus erläuterte Bürgermeister Martin Göbel den Gemeinderäten die Grundzüge der Trinkwasserversorgung für die vier Ortsteile Karsbach, Heßdorf, Höllrich und Weyersfeld.

Die Trinkwasserversorgung in Karsbach wurde schon seit längerem auf mehrere Standbeine  ausgerichtet. Dabei beruht sie im wesentlichen auf den beiden Brunnen in Karsbach, dem Trinkwasserbrunnen in Höllrich und den beiden Hochbehältern in Heßdorf und Weyersfeld. Viele Details, die vor allem die "Neuen" im Gemeinderat interessierten, erläuterte Bürgermeister Martin Göbel bei einem Rundgang durch die einzelnen Bauwerke der Wasserversorgungsanlage für die vier Ortsteile.

Grundlegende Basis für die Trinkwasserversorgung von Weyersfeld, Höllrich, Heßdorf und Karsbach bilden die beiden Brunnen der Karsbacher Flurabteilung Hottenberg. "Der seit langem bestehende alte Brunnen B1 ist nur rund 24 Meter tief und liefert ebenso wie der später errichtete Brunnen B2 ungefähr fünf Liter Wasser je Sekunde", erläuterte Bürgermeister Martin Göbel am Karsbacher Brunnenhaus. Sie beeinflussen sich nicht gegenseitig in ihrer Schüttung. "Interessant ist, dass beide Brunnen am Karsbacher Hottenberg trotz ihrer Nähe zueinander, Grundwasser aus unterschiedlichen Schichten und Zuflüssen beziehen", erläuterte Göbel.

Ein weiteres Standbein

Der neuere Brunnen B2 wurde in den Jahren 2000/2001 in unmittelbarere Nähe gebohrt, um ein weiteres Standbein zu Absicherung der Wasserversorgung aller Ortsteile zu haben. Denn Anfang der 90er Jahre fiel der 120 Meter tiefe Brunnen in Höllrich mit seiner Leistung erheblich ab. Die ursprüngliche Schüttung von 6,5 Liter je Sekunde sank bis Ende der 90iger Jahre auf. 2,3 Liter je Sekunde und hatte damit deutlich in ihrer Ergiebigkeit nachgelassen. Während der Höllricher Brunnen auch heute noch seinen Hauptwasserzutritt in etwa 100 Metern Tiefe hat, liefert der neuere Karsbacher Brunnen sein Wasser aus 48 Metern Tiefe.

Am Heßdorfer Hochbehälter erinnerte Göbel auch an die umfassende Überarbeitung der Trinkwasserleitungen in und zu den Ortsteilen sowie den Bau dieses neuen Trinkwasserspeichers in der Flurabteilung Seitlach (Panzerstraße) in den Folgejahren. Dabei legte man die beiden ursprünglich getrennten Wasserversorgungen für Weyersfeld und Höllrich sowie Heßdorf und Karsbach zusammen. Den bereits 1958 in Betrieb genommenen alten Hochbehälter am Karsbacher alten Sportplatz legte man dafür still. Das Ereignis der grundlegend überarbeiteten Wasserversorgung feierten die Bürger im September 2007 mit einem Tag der offenen Tür am neuen Hochbehälter an der Panzerstraße.

Wasser wird zugemischt

"Der Tiefbrunnen in Höllrich wird weiterhin für Weyersfeld genutzt und liefert nun seit Jahren eine konstante Schüttung von 2,5 Litern je Sekunde", sagte der Bürgermeister am Höllricher Brunnenhaus. Die Fachleute hätten dringend davon abgeraten, den Höllricher Brunnen komplett stillzulegen. Da der Nitratwert des Brunnenwassers um den Grenzwert von 50 Milligramm je Liter schwankt, wird im Weyersfelder Hochbehälter nitratärmeres Karsbacher Trinkwasser zugemischt. Deswegen liegen auch im Weyersfelder Trinkwassernetz die Nitratwerte entsprechend unter den amtlichen Grenzwerten.

Im Weyersfelder Hochbehälter wurden nur vor kurzem zweimal bakterielle Verunreinigungen gemessen. "Aktuell besteht noch ein Abkochgebot für das Weyersfelder Trinkwasser", informierte Göbel an diesem Besichtigungspunkt. Jedoch habe man bei den aktuell in kurzen Abständen regelmäßig durchgeführten Messungen keine Probleme mehr festgestellt. Er hoffe, dass das Abkochgebot bald aufgehoben werden könne. Als mögliche Ursache für die schlechten Werte nannte er Ohrwürmer (Dermaptera) oder Ohrenkneifer, die einen Zugang zum Becken gefunden hatten.

Bei der letzten Station des Ortsbegangs im Weyersfelder Bauhof erläuterte Gemeindearbeiter und Gemeinderat Matthias Reuter den übrigen Mitgliedern des Gremiums die PC-gestütze Überwachung und Steuerung der gesamten Karsbacher Wasserversorgung über diese zentrale Stelle.

Überwacht und gesteuert wird die Trinkwasserversorgung für alle vier Ortsteile von Karsbach über die Zentrale im Weyersfelder Bauhof. Gemeindearbeiter Matthias Reuter erläuterte am Bildchirm den Gemeinderäten die einzelnen Funktionen.
Foto: Helmut Hussong | Überwacht und gesteuert wird die Trinkwasserversorgung für alle vier Ortsteile von Karsbach über die Zentrale im Weyersfelder Bauhof.
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