Mellrichstadt

Freibad: Neue Folie fürs 50-Meter-Becken

Das Mellrichstädter Sportbad muss in den nächsten Jahren grundlegend saniert werden. So lange kann der Einbau einer neuen Folie im Außenbecken nicht warten. Was also tun?
Die Folie im 50-Meter-Becken des Mellrichstädter Freibads hat große Risse. Davon konnte sich der Hallen-Freibad-Ausschuss bei einer Besichtigung im vergangenen April überzeugen.
Foto: Simone Stock | Die Folie im 50-Meter-Becken des Mellrichstädter Freibads hat große Risse. Davon konnte sich der Hallen-Freibad-Ausschuss bei einer Besichtigung im vergangenen April überzeugen.

Das Sportbad in Mellrichstadt ist in die Jahre gekommen. Nicht nur im Bereich Technik, auch an den Becken tun sich Baustellen auf. Der Stadtrat hat sich stets dafür ausgesprochen, das Bad mit der schönen Außenanlage erhalten zu wollen. Jetzt muss beim 50-Meter-Außenbecken gehandelt werden, weshalb Bürgermeister Eberhard Streit die Sanierung der Innenwandbekleidung auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung setzte.

Schon beim Besuch des Hallen-Freibad-Ausschusses im Sportbad im April dieses Jahres hatte Betriebsleiter Wolfgang Fritz deutlich gemacht, dass man um den Einbau einer neuen Folie im großen Freibadbecken über kurz oder lang nicht herumkommen wird. Der Belag ist spröde, ständig müssen Risse geflickt werden. In dem Zug könnten auch die Bodenabläufe, die nicht mehr gebraucht werden, verschlossen werden. Denn vielleicht sind sie die Ursache dafür, dass täglich ein Wasserverlust von bis zu 20 Kubikmetern zu verzeichnen ist.

Was lauert im Untergrund?

Da die Arbeiten ausgeschrieben werden müssen, ist laut Stadtverwaltung angedacht, einen Fachplaner zu beauftragen. Für die Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen fallen rund 1200 Euro brutto an. Grob geschätzt, wird die neue Folienauskleidung rund 215 000 Euro brutto kosten, informierte VG-Chef Peter Hehn das Stadtratsgremium am Donnerstagabend. Der Haken: Niemand weiß, was im Untergrund lauert. Die Substanz des Beckenkörpers kann erst dann präzise beurteilt werden, wenn die vorhandene Folie entfernt ist.

In einer regen Diskussion wogen die Bürgervertreter das Für und Wider der Maßnahme gegeneinander ab. Jörg Rothhaar fragte nach den Kosten für den Einbau eines Edelstahlbeckens. Bei 50 Meter Länge müsste mit einem hohen sechsstelligen, wenn nicht gar siebenstelligen Betrag gerechnet werden, schätzte Hehn. Markus Groenen befürchtete, dass sich die Kosten beim Einbau einer neuen Folie durch Schäden im Untergrund erheblich verteuern könnten.

Eine Entscheidung muss her

Thomas Dietz regte an, zunächst die Bodenabläufe zu versiegeln, um zu sehen, ob weiterhin Wasser verschwindet. Wenn das funktioniert, könnte die derzeitige Folie noch einmal geflickt werden, sodass die Investition noch nicht für 2020 eingeplant werden muss. Nicole Seemann plädierte dafür, schon einmal Angebote einzuholen. "Wenn wir das Bad erhalten wollen, muss die Folie gemacht werden", positionierte sich Karoline Karg.

Peter Hehn machte deutlich, dass das Gremium jetzt eine Entscheidung treffen müsse. Wenn die Folie nicht im Frühjahr 2020 ausgetauscht wird, muss den Winter über beständig Wasser in das Außenbecken gefüllt werden, damit die derzeitige Folie nicht austrocknet und die Schäden noch größer werden. Ein Sechs-Meter-Riss muss dann auch noch schnellstmöglich geflickt werden.

Wolfgang Stahl gab sich pragmatisch: "Billiger wird es nicht, wir sollten die Maßnahme jetzt anpacken." So sah es auch die Mehrheit der Stadtratsmitglieder: Mit 13 zu 5 Stimmen gab das Gremium das Okay für die Ausschreibung.

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