Mellrichstadt

Mellrichstadt: Im Restaurant Damir fehlt der Kontakt zu den Gästen

Serie "Gastronomen in der Krise": Damir Novkovic vom Restaurant "Am Marktplatz bei Damir" in Mellrichstadt ist mit Leib und Seele Gastronom. Wie er den Lockdown erlebt.
Edisa und Damir Novkovic vom Restaurant "Am Marktplatz bei Damir" in Mellrichstadt hoffen, dass der derzeitige Lockdown bald vorbei ist. Bis dahin bieten sie weiter Essen-To-Go an.
Foto: Björn Hein | Edisa und Damir Novkovic vom Restaurant "Am Marktplatz bei Damir" in Mellrichstadt hoffen, dass der derzeitige Lockdown bald vorbei ist. Bis dahin bieten sie weiter Essen-To-Go an.

Damir Novkovic ist Optimist. Das merkt man schnell, wenn man mit dem gebürtigen Kroaten ins Gespräch kommt. Er und seine Frau Edisa betreiben am Marktplatz in Mellrichstadt das Restaurant "Am Marktplatz bei Damir". Dennoch belastet beide der Lockdown. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern beiden fehlen einfach die Gäste und der Austausch. "Es ist halt bei uns so wie bei jedem Gastronom. Die Probleme sind im Lockdown bei allen die gleichen", sagt Novkovic, den in Mellrichstadt aber eigentlich alle nur Damir nennen.

Dennoch geht sein Blick nach vorne: "Ich hoffe, dass sich die Situation bessert, wenn es wärmer wird." Im neuen Öffnungskonzept der Bundesregierung, das jüngst vorgelegt wurde, ist die Öffnung der Außengastronomie ein wichtiger Schritt und im sogenannten 4. Öffnungsschritt enthalten. Bleibt die Inzidenz dauerhaft unter 50, dann darf die Außengastronomie wieder öffnen (frühestens am 22. März). Liegt der Wert bei 50 bis 100, so muss von den Gästen jeweils ein tagesaktueller Schnell-, oder Selbsttest vorgelegt werden. Dann darf nach vorheriger Terminbuchung die Gastronomie außen öffnen.

Essen-To-Go wird gut angenommen

Für Damir und Edisa Novkovic wäre dies ein Segen. Derzeit halten sich beide durch das Anbieten von Essen-To-Go über Wasser. Aber auch personell musste er sich einschränken. "Früher arbeiteten in der Küche zwei Personen, jetzt nur noch eine", sagt Damir mit Bedauern. Er hofft sehr, dass er nach dem Lockdown wieder aufstocken kann. 

Beklagen will er sich allerdings nicht: "Auch für die anderen Geschäfte ist es schwierig. Wir sind da nicht einzigen, die hier Belastungen tragen müssen." Allerdings hat er bereits seit November geschlossen, was für die Gastronomie ein viel zu langer Zeitraum ist. "Dabei hatten wir Hygienekonzepte, die sich bewährt haben", so Damir weiter. Ihm sei in der Region kein Fall bekannt, in dem sich die Gäste in einer Gastwirtschaft mit dem Corona-Virus infiziert hätten. "Aber es kann natürlich sein, dass so etwas in größeren Städten passiert ist, wo mehr Partys gefeiert werden", gibt der Gastwirt zu bedenken.

Er glaubt, dass die Ansteckungsgefahr im privaten Bereich höher sei. Schließlich würden hier meist keine FFP2-Masken verwendet. Andererseits sagt er klar und deutlich, dass er das Handeln der Regierung versteht, die den Lockdown veranlasst hat. Schließlich müsse man die Bevölkerung vor dem Virus schützen, was besondere Maßnahmen nötig mache.

Kontakt zu Gästen fehlt

Seit sieben Jahren betreibt Damir schon das Restaurant in Mellrichstadt, seit 11 Jahren ist der gebürtige Kroate bereits hier. "Ich liebe meinen Job. Ich mache ihn nicht wegen des Geldes, sondern weil er mir einfach Spaß macht", sagt Damir frei heraus. Auch deshalb ist der Lockdown für ihn eine Belastung, weil ihm der Kontakt zu seinen Gästen fehlt.

Und natürlich belastet der Lockdown in finanzieller Hinsicht. "Aber mit dem Essen-To-Go kommt wenigstens ein wenig Geld herein, auch wenn es nicht so viel ist wie vor Corona", meint Edisa Novkovic. "Ohne Stammgäste, die hier regelmäßig ihr Essen holen, hätten wir keine Chance zu überleben", pflichtet ihr Damir bei. Mit diesem Gewinn könne man wenigstens die Rechnungen bezahlen, die ja trotz Lockdown anfallen. Ebenso seien die Hilfen, die von staatlicher Seite angeboten werden, wichtig. "Ich bitte ungern um Geld, aber im Moment ist das nötig, damit sich die Gastronomen über Wasser halten können", merkt er an. Dabei ist er froh, dass es in Deutschland diese Hilfen gibt. In anderen Ländern gebe es hier für die Gastronomie überhaupt nichts. Das sei hierzulande zum Glück anders.

Ab November bis Ende Januar hat er außerdem das Hexenhäuschen am Marktplatz bewirtschaftet. Auch damit konnte er ein wenig Geld verdienen. Allerdings seien die Erträge nicht so groß gewesen wie in den Jahren zuvor. Kein Wunder: Schließlich gab es aufgrund von Corona keine Aktionen, die Einzelhandelsgeschäfte haben geschlossen und auch der Nostalgische Weihnachtsmarkt fiel flach.

Doch beklagen will sich der Gastwirt nicht. Er und seine Frau richten den Blick lieber nach vorne. "Ich bin optimistisch, dass es im April besser wird. Gutes Wetter, frische Luft, Impfung: Es geht in eine positive Richtung", ist Damir überzeugt. Bis er wieder Gäste empfangen kann, gibt es weiter Essen-To-Go, und zwar Donnerstag und Sonntag mittags von 11 bis 13 Uhr und jeden Tag (außer Montag) von 16 bis 20 Uhr.

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