Mellrichstadt

Übungsabend der Mellrichstädter Feuerwehr per Livestream

Ein ungewöhnliches Übungsszenario im Feuerwehrgerätehaus von Mellrichstadt. Kommandant Timo Kolano als Kameramann, am Laptop  Steffen Pfeiffer, Moderator Christoph Römhild, sowie die Feuerwehrleute Daniel Mültner und Dirk Fiedler.
Foto: Hanns Friedrich | Ein ungewöhnliches Übungsszenario im Feuerwehrgerätehaus von Mellrichstadt. Kommandant Timo Kolano als Kameramann, am Laptop Steffen Pfeiffer, Moderator Christoph Römhild, sowie die Feuerwehrleute Daniel Mültner und ...

Es ist ein ungewöhnliches Szenario im Feuerwehrhaus von Mellrichstadt.  Eine Kamera, ein Laptop, ein Tisch mit Mikrofon und ein Beamer. Feuerwehrleute tragen Schläuche herbei und ziehen ihre Ausrüstung an. Kommandant Timo Kolano und Steffen Pfeiffer prüfen noch einmal die Kamera und die Verbindung für die etwas andere Videokonferenz. Auf der Leinwand erkennt man am Seitenrand die Namen von Feuerwehrleuten. "Na, die ersten Teilnehmer loggen sich bereits ein", sagt der Kommandant und spricht per Videoschaltung kurz mit seinem Stellvertreter Benjamin Trapp. Der sitzt ein paar Straßen weiter zu Hause am Bildschirm. Ausbilder Christoph Römhild, der die Online-Schulung moderiert, geht noch einmal seine Planungsunterlagen durch, bevor es heißt: "Wir sind online."

Auf der Großleinwand kann die Kameraführung genau mitverfolgt werden, damit zu Hause an den Bildschirmen auch die korrekte Einstellung ankommt.
Foto: Hanns Friedrich | Auf der Großleinwand kann die Kameraführung genau mitverfolgt werden, damit zu Hause an den Bildschirmen auch die korrekte Einstellung ankommt.

Kurz begrüßt Kommandant Timo Kolano die Teilnehmer, gibt aktuelle Hinweise und dankt seiner Mannschaft für die Vorbereitung und die Durchführung des etwas anderen Übungsabends. Um was geht es diesmal? Christoph Römhild nennt das Thema "Schlauchmanagement mit Schlauchtragekorb und Schlauchpaket von der Wasserentnahmestelle bis zum Brandraum". Dann gibt er das Kommando zum Übungsbeginn. Es geht um einen Innenangriff, das Verlegen von Schläuchen im Treppenhaus und das Schlauchmanagement vor dem Brandraum. Ziel der Online-Übung: Die Teilnehmer sollen den sicheren Umgang mit Schläuchen und dem Schlauchpaket im Innenangriff vor dem Brandraum beherrschen. Das wird dann in einzelnen Abschnitten von Daniel Mültner und Dirk Fiedler durchgespielt und zwar in voller Ausrüstung.

Feuerwehrübungen sind momentan nicht möglich

Wie aber kam es zu dieser etwas anderen Übungsstunde? Kommandant Timo Kolano nennt die aktuell nicht möglichen Übungen der Wehrleute im Feuerwehrgerätehaus. Da habe Lukas Budde die Idee eingebracht, Onlineübungsabende anzubieten. Bereits am 18. Januar gab es eine erste Power-Point-Präsentation, die die Wehrleute zu Hause am Bildschirm mitverfolgen konnten. Beim zweiten Abend ging es um das Thema "Knotenkunde". Dazu fanden die Wehrleute ein 1,50 Meter langes Seilstück in ihrem Briefkasten. Damit konnten sie das, was der Ausbilder im Feuerwehrhaus vor der Kamera zeigte, üben. Selbst der Wissenstest der Jugendfeuerwehr fand in diesem Jahr per Liveschaltung statt.

Ein Übungsabend dauert meist 45 Minuten, höchstens eine Stunde, sagt der Kommandant. Das komme auf die jeweiligen Fragen an, die bei den Übungen gestellt werden. Dass diese Übungsabende eine gute Idee waren, zeigt die positive Resonanz der Wehrleute. Nur wenige mussten sich mit dem neuen Medium zurechtfinden. "Für unsere jüngeren Wehrleute war das kein Problem", sagt Timo Kolano. Aber auch unsere "Altgedienten" seien heute mit Begeisterung bei diesen Abenden dabei. Natürlich sei es etwas anderes, wenn man in der Gruppe im Feuerwehrhaus üben kann, sagt Ausbilder Christoph Römhild, aber in Zeiten von Corona müsse man eben auf andere Möglichkeiten ausweichen.

Informationsfilm beim Übungsabend

So gab es beim Übungsabend auch Zuspielungen eines Informationsfilms und danach die von Daniel Mültner und Dirk Fiedler live vorgestellte Version. So unter anderem, wie man ein Schlauchpaket mit Hilfe eine Schlauchtragekorbs wickeln und mit Kabelbinder fixieren kann. Das erleichtert den Transport und am Brandort selbst ein perfektes "Abwickeln", wodurch sich eine ordentliche Schlauchnachführung ergibt, erläuterte Ausbilder Christoph Römhild. Bisher mussten die Schläuche entweder im Schlauchtragekorb transportiert werden, oder sie waren aufgerollt.

Bei der Übung im Feuerwehrgerätehaus von Mellrichstadt ging es auch um das Thema Schlauchmanagement vor dem Brandraum und um das korrekte Abwickeln des Schlauches.
Foto: Hanns Friedrich | Bei der Übung im Feuerwehrgerätehaus von Mellrichstadt ging es auch um das Thema Schlauchmanagement vor dem Brandraum und um das korrekte Abwickeln des Schlauches.

Dass in Zeiten von Corona die Einsätze der Wehrmänner, bei welchen Situationen auch immer, beschwerlich sind, zeigte sich durch die notwendige Mund-Nasenschutzbedeckung. Immerhin tragen sie mit Schutzkleidung und Atemschutzgeräten schon rund 25 Kilogramm. Hinzu kommen dann noch, wie bei der Übung dargestellt, das Schlauchpaket und mindestens zwei Schlauchtragekörbe mit je 45 Metern Schlauch. Professionell erklärte der Ausbilder den Wehrleuten zu Hause am Bildschirm, wie der Trupp vorgeht, vor dem Brandraum das Schlauchpaket ablegt und an die Schlauchleitung ankuppelt. Dann heißt es: Wasser marsch, wobei sich das Schlauchpaket Stück für Stück mit Wasser füllt. Erst wenn der Schlauch entlüftet ist, gehen die Wehrleute zum Brandort vor.

Alle Handgriffe müssen sitzen

"Auch in Zeiten von Corona, wenn wir nicht in der Mannschaft oder als Trupp live üben können, müssen die Handgriffe sitzen", sagten Kommandant Timo Kolano und Ausbilder Christoph Römhild. Deshalb ist es für die Feuerwehrführung in Mellrichstadt wichtig, dass die Weiterbildung auf diese Art fortgeführt wird. "Dass unsere Kolleginnen und Kollegen das genau so sehen, zeigt uns die rege Teilnahme an diesen Online-Schulungen", fügt Ausbilder Christoph Römhild an. Dann heißt es, das Schlauchmaterial aufzuräumen, Laptop und Beamer einzupacken und sich Gedanken für den nächsten Übungsabend zu machen. Dass den Mellrichstädter Feuerwehrleuten die Ideen da nicht ausgehen, dürfte klar sein.

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