Gerolzhofen

Corona: Die Geomed-Kreisklinik ist gerüstet

Das Coronavirus breitet sich wieder aus. Deshalb steigt auch der Bedarf an medizinischer Behandlung. Doch wie sind die Krankenhäuser auf diese Entwicklung vorbereitet?
Die Krankenhäuser im Landkreis sind auf die zweite Corona-Welle vorbereitet. Für die Behandlung von Covid-Patienten wurden, wie hier im St.-Josefs-Krankenhaus, eigene Isolierstationen eingerichtet.
Foto: Anand Anders | Die Krankenhäuser im Landkreis sind auf die zweite Corona-Welle vorbereitet. Für die Behandlung von Covid-Patienten wurden, wie hier im St.-Josefs-Krankenhaus, eigene Isolierstationen eingerichtet.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Inzidenz-Werte, Neuinfektionen und Fallzahlen berichtet wird: das Corona-Virus ist wieder auf dem Vormarsch. Zwölf Personen müssen laut dem Staatlichen Gesundheitsamt Schweinfurt (Stand Samstag, 17 Uhr) in den Krankenhäusern behandelt werden, davon befinden sich zwei in intensivmedizinischer Behandlung.

Die Geomed-Kreisklinik in Gerolzhofen sieht sich gut gerüstet, sagt Geschäftsführer Wolfgang Schirmer. Für Patienten, die verdächtige Symptome aufweisen und möglicherweise an Corona erkrankt sind, gibt es bereits seit März einen separaten Zugang, der sich auf der Ostseite der Klinik hinter der Halle für die Liegend-Anfahrt befindet. Von dort werden die möglichen Covid-Patienten von speziell geschultem Personal abgeholt und in eigens dafür vorgesehene Räume gebracht. 

Drei Zimmer als Isolierstation

In der Intensivstation sind drei Plätze für Corona-Patienten vorgesehen, aktuell sind sie nicht belegt. Im ersten Stock des Krankenhauses wurden drei Krankenzimmer als Corona-Isolierstation umfunktioniert. Momentan werde dort ein Patient mit schwachen Symptomen behandelt, teilt Schirmer mit. In dieser Isolierstation mit ihren drei Zimmern ist Platz für fünf bis sechs Patienten. Allerdings könne man bei Bedarf die Covid-Station jederzeit Schritt für Schritt erweitern, jeweils bis zur nächsten Abschnittstüre als Hygiene-Barriere.  

An der Ostseite der Geomed-Kreisklinik beim Hubschrauber-Landeplatz gibt es einen eigenen Zugang für mögliche Covid-Patienten.
Foto: Klaus Vogt | An der Ostseite der Geomed-Kreisklinik beim Hubschrauber-Landeplatz gibt es einen eigenen Zugang für mögliche Covid-Patienten.

Auch bei der Schutzausrüstung für das Klinikpersonal sieht sich die Geomed gut aufgestellt. Zu Beginn der Pandemie habe man zwar noch kleinere Schwierigkeiten gehabt, für den nötigen Nachschub bei Mund-Nasen-Masken zu sorgen. Doch dies habe sich entspannt. Derzeit sei es schwieriger, so Wolfgang Schirmer, für ausreichend Einweg-Handschuhe und -Kittel zu sorgen. Man habe aber langfristige Lieferverträge abgeschlossen, die für regelmäßigen Nachschub sorgen. Und noch im Oktober sollen zwei Beatmungsgeräte geliefert werden, die schon zu Beginn der Corona-Welle im März bestellt worden waren.

Kapazitäten für Beatmungen

Im St.-Josefs-Krankenhaus in Schweinfurt herrscht "eine ruhige, aber achtsame Stimmung" im Haus. Es wurde angesichts der neuen Entwicklung eine neue Isolierstation in Betrieb genommen, um für Covid-Aufnahmen gewappnet zu sein, erklärt Dr. Wolfgang Menger, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin. Verdachtsfälle bekommen einen "Schnelltest im eigenen Labor", der in rund einer Stunde das Ergebnis liefert und so häufig eine lange Quarantäne vermeide. Darüber hinaus habe man seit dem 12. Oktober die Beatmungskapazitäten um drei weitere sogenannte "High End"-Beatmungsgeräte erweitert. "Wir sind durchweg gut vorbereitet", versichert der Chefarzt.

Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion werden in der Geomed-Kreisklinik separiert.
Foto: Klaus Vogt | Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion werden in der Geomed-Kreisklinik separiert.

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im Februar/März wurde der Krankenhausbetrieb im St. Josefs radikal umgestellt. Damals wurden zwei Stationen zu einer Isolierstation umfunktioniert, der Normalbetrieb "komplett heruntergefahren", sagt Miriam Christof, Sprecherin der Trägerin der Klinik, der Kongregation der Schwestern des Erlösers. Zudem war das Krankenhaus maßgeblich an Planung und Betrieb der zentralen Corona-Teststelle beteiligt. Als sich die allgemeine Lage wieder beruhigt hatte, wurde die Isolierstation zunächst verkleinert, dann wieder eingestellt. Nun starte man wieder mit einer kleinen Isolierstation, könne diese aber, so Christof, bei Bedarf schnell wieder erweitern. "Wir können den Hebel nun einfacher umlegen", sagt sie.

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Appell an die Bevölkerung

Ähnlich optimistisch drückt es Christian Kirchner, Pressesprecher des Leopoldina-Krankenhauses, aus. Dort sei man auch hinsichtlich der erforderlichen Schutzausstattung und Behandlungskapazitäten ausreichend gerüstet. "Im Leopoldina-Krankenhaus werden passend zum Anstieg der örtlichen Inzidenz in Stadt und Landkreis auch wieder vermehrt Patienten aufgrund Covid-typischer Symptome aufgenommen", so Kirchner. Bei diesen Patienten sei die Infektion auch durch Abstrichuntersuchung und typische radiologische Befunde festgestellt worden. Um weitere erhebliche Steigerungen der Infektionszahlen zu vermeiden, bitte man die Bevölkerung, die Maßnahmen der politischen Entscheidungsträger und des Gesundheitsamtes weiter mitzutragen und die Auflagen zur Ausbreitung der Erkrankung einzuhalten.

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