Schweinfurt

Anti-Corona-Demo: Polizei greift in Schweinfurt gegen Masken-Verweigerer konsequent durch

Ein Flashmob wurde gestoppt, Maskenverweigerer angezeigt und des Demo-Geländes verwiesen. Die Redner verbreiteten erneut Gerüchte und Verschwörungsmythen.
Die Polizei stoppte den Flashmob im Zuge der Kundgebung der Initiative 'Eltern stehen auf' am Samstagnachmittag in der Schweinfurter Innenstadt.
Foto: Steffen Krapf | Die Polizei stoppte den Flashmob im Zuge der Kundgebung der Initiative "Eltern stehen auf" am Samstagnachmittag in der Schweinfurter Innenstadt.

Wie schon eine Woche zuvor, rief die Bürgerinitiative "Eltern stehen auf" auch am vergangenen Samstag zu einer Kundgebung auf dem Schweinfurter Marktplatz auf. Die Teilnehmerzahl mit knapp 100 Menschen war in etwa identisch. Anders als in der Vorwoche wurde die angemeldete Versammlung diesmal jedoch von einer massiven Polizeipräsenz begleitet.

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Kurz vor Beginn der Kundgebung setzten die Beamten einen Flashmob, der aus etwa einem Dutzend Personen bestand und mit typischer Laborkleidung und Protestschildern zunächst durch die Fußgängerzone laufen wollte, um schließlich die Kundgebung am Marktplatz zu eröffnen, minutenlang an der Ecke Lange Zehntstraße/Spitalstraße fest. Die geplante aber nicht angemeldete Aktion durfte nicht stattfinden.

Eine konsequente Linie verfolgte die Polizei dann auch bei der Durchsetzung der Kundgebungsauflagen. Dort galt es für alle Teilnehmer den Mindestabstand zu wahren und innerhalb des gekennzeichneten Bereichs einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Nur ein Teil der Demonstranten hielt sich an die Anordnungen. Die Restlichen wurde, nach einigen Aufforderungen, von der Polizei nach und nach kontrolliert. Wer eine Anzeige bekam, durfte nicht zurück in den Kundgebungsbereich. Das hatte zur Folge, dass die Redner nach knapp einer Stunde nur noch in vereinzelte Gesichter schauen durften. Das Teilnehmerfeld schrumpfte nach der massiven Kontrolle der Beamten auf rund 30 Personen.

Rund 80 bis 100 Teilnehmer dürften es (anfänglich, wie hier auf dem Bild) gewesen sein, die an der Kundgebung der Initiative "Eltern stehen auf" auf dem Schweinfurter Marktplatz teilnahmen.
Foto: Steffen Krapf | Rund 80 bis 100 Teilnehmer dürften es (anfänglich, wie hier auf dem Bild) gewesen sein, die an der Kundgebung der Initiative "Eltern stehen auf" auf dem Schweinfurter Marktplatz teilnahmen.

Gerüchte über Völkerreduktion und Zwangsimpfung

Inhaltlich gab es das mittlerweile Gewohnte von der Initiative, die der Querdenker-Bewegung zuzuordnen ist. Die Situation von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie wurde allenfalls marginal behandelt. Daniel Langhans, ein Kommunikationstrainer aus Baden-Württemberg, stellte in seinem langatmigen Redebeitrag die Existenz des Sars-CoV-2-Virus (Coronavirus) in Frage. Anschließend driftete er weit in die Welt der Verschwörungserzählungen ab, sprach von einem angeblichen Programm zu Völkerreduktion, einer angeblich geplanten Zwangsimpfung durch Bill Gates und schließlich irgendwann von satanischen Mächten.

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Nachfolgend sprach Dr. Sabine Wipfinger, eine Kinderärztin aus Österreich, die unter anderem den angeblichen Tod dreier Kinder durch Masken erwähnte – ein bei Kundgebungen der Initiative mittlerweile regelmäßig gestreutes Gerücht. Belege oder Hintergründe für die Behauptung blieb auch die Österreicherin, die sich damit brüstete, niemals Maske zu tragen, schuldig. "Wir erziehen uns soziale Krüppel", sagte sie.

Tobias Schmid, Vorstand des Bundesverbands Impfschaden, kritisierte im Verlauf der Veranstaltung die Arbeit der Polizei und bezeichnete das Vorgehen als "behördlich angeordneten Kindergarten".

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