Würzburg

Handwerk: Jeder zweite Betrieb in der Region macht Ökostrom

Energiewende und Klimaschutz sind auch im unterfränkischen Handwerk gängige Themen. Überraschend ist jedoch, welche Dimension sie in den Betrieben haben.
Etwa die Hälfte der unterfränkischen Handwerksbetriebe erzeugt Strom aus erneuerbarer Energie. Solaranlagen liegen dabei in der Gunst weit vorne (Symbolbild).
Foto: Karl-Heinz Konrad | Etwa die Hälfte der unterfränkischen Handwerksbetriebe erzeugt Strom aus erneuerbarer Energie. Solaranlagen liegen dabei in der Gunst weit vorne (Symbolbild).

Denkt man an Energiewende und Klimawandel, denkt man nicht unbedingt gleich ans Handwerk. Doch die Betriebe in Unterfranken engagieren sich überraschend stark bei diesen Themen, wie eine am Mittwoch präsentierte Umfrage der Handwerkskammer für Unterfranken zeigt.

Demnach haben 46 Prozent der Unternehmen eine Anlage zur Erzeugung von erneuerbarer Energie angeschafft, um etwas für den Klimaschutz zu tun. Freilich stehen betriebswirtschaftliche Gründe wie das Verringern der Energiekosten (56 Prozent) und die Einnahmen aus der EEG-Vergütung (50 Prozent, Mehrfachnennungen waren möglich) noch davor.

So oder so, für Kammerpräsident Walter Heußlein ist klar: "Im unterfränkischen Handwerk hat der Klimaschutz einen hohen Stellenwert." Die Umfrage vom Oktober zeigt auch, dass fast die Hälfte der Betriebe in der Region Strom aus erneuerbarer Energie erzeugt. 58 Prozent dieser Betriebe nutzen ihn für eigene Zwecke, speisen ihn also nicht allein ins allgemeine Stromnetz ein.

Für die Umfrage waren 11 400 der 18 700 Handwerksunternehmen in Unterfranken befragt worden, zehn Prozent haben laut Kammer geantwortet. Würzburg sei die erste Kammer in Bayern, die eine solche Umfrage gemacht hat.

Was die Umfrage bewirken soll

Deren Ergebnisse wurden Heußlein zufolge Bayerns Wirtschaftsminister Huber Aiwanger (Freie Wähler) vorgelegt, weil die Umfrage Signale an die Politik senden soll. Das Handwerk wolle Teil der Lösung sein, wenn es um die Energiewende geht, hieß es am Mittwoch in Würzburg.

Erstaunlich ist, dass 75 Prozent der befragten Betriebe keine staatliche Förderung in Anspruch genommen haben, als sie sich eine neue Energieanlage anschafften. Wichtigster Grund seien die bürokratischen Hürden auf dem Weg zu Fördergeldern, sagte Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul. Das müsse sich ändern, um den Klimaschutz weiter voranzubringen.

Kammerpräsident: "Eine Dimension, die ich nicht erwartet habe"

Wenn es um die Frage geht, in was Handwerksbetriebe in puncto Energie investieren wollen, dann liegen Solarstromanlagen mit 55 Prozent deutlich vorne. Dahinter folgen Investitionen in Stromspeicher (44), Elektro- oder Wasserstoffautos (30) und Solarwärme-Anlagen (20, Mehrfachnennungen möglich). Dass fast die Hälfte der Unternehmen den Klimaschutz derart deutlich in den Vordergrund ihres Tuns stellen, "ist eine Dimension, die ich nicht erwartet habe", sagte Kammerpräsident Heußlein am Mittwoch.

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