Marktheidenfeld

5 Forderungen: So sollen sich Marktheidenfelds Radwege bessern

Radwege sollen eines der Themen der kommenden Jahre werden. Im Stadtentwicklungsausschuss lagen nun erste konkrete Ideen vor. Bürgermeister Stamm bat um Geduld.
Das Radwegenetz war Thema im Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag.
Foto: Lucia Lenzen | Das Radwegenetz war Thema im Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag.

Ein "Riesenproblem" nannte sie Ludwig Keller (ProMar). Ein "Schwerpunktthema für die nächsten Jahre", sagte Martin Harth (SPD). Susanne Rinno (Grüne) forderte wiederum eine "Änderung der Haltung". Man erahnt es vielleicht schon: Im Stadtentwicklungsausschuss ging es am Dienstagabend wieder einmal um das Radverkehrsnetz in Marktheidenfeld. Die Ergebnisse einer Analyse des Stadtentwicklungsbeirats stellte Kulturamtschefin Inge Albert nun den Stadträten vor. 

Ein Punkt ist den Bürgern im Beirat so wichtig, dass sie ihn gleich drei Mal (auf unterschiedliche Art) gefordert haben. Straßen und Wege, bei denen sich schnell und ohne größeren Aufwand Verbesserungen erzielen ließen, sollten priorisiert behandelt werden. Und das "zeitnah". Weiter heißt es, dass der Sicherheitsaspekt immer Vorrang haben soll. 

Handlungsbedarf im Stadtgebiet sehen die Beiratsmitglieder vor allem bei den Radwegen zur Schule, am Äußeren Ring, am Mainkai und bei der Entlastung von Hauptverkehrsachsen. Die fünf Forderungen des Beirats: 

  • die Trennung von Rad- und Fußweg entlang des Mainufers
  • die Einrichtung einer Bedarfsampel vom Lohgraben zur Friedensstraße
  • die Prüfung eines Einbahnkonzepts im Quartier Äußerer Ring bis Luitpoldstraße mit dem Ziel der gefährdungsarmen Verkehrslenkung für alle Beteiligten
  • die Prüfung eines verkehrssicheren Schulwegs von der Friedensstraße zu den weiterführenden Schulen
  • die Erhöhung der Sicherheit durch die Markierung bestehender Radwege und verkehrsrechtliche Anordnungen in der Ulrich-Willer-Straße und in der Heubrunnenstraße

Was die Stadträte dazu sagten

Ludwig Keller lobte die touristischen Zufahrten in die Stadt. Innerhalb Marktheidenfelds sei es halt ein Problem, teilweise lebensgefährlich. "Wir haben leider Strukturen, am Dillberg zum Beispiel, wo es äußerst aufwändig ist, Lösungen zu finden." Susanne Rinno fragte, ob Bürgermeister Stamm einen zeitlichen Rahmen zur Umsetzung der Forderungen nennen könne. Könne er nicht, antwortete Stamm: Die Prüfung der Eigentumsverhältnisse, Verhandlungen, Planungen, eventuelle Förderungen – "Ich bitte um Geduld, damit wir das alles seriös machen können." 

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Martin Harth forderte einen Bewusstseinswandel bei der Verkehrsplanung und nahm sich selbst davon nicht aus. "Wir müssen unser langfristiges Denken anpassen." Auf den Hauptverkehrsachsen (wo häufig der Landkreis oder das staatliche Bauamt mit im Boot sitzt, Anm. d. Redaktion) müsse der Stadtrat außerdem "mehr Gewicht" in die Verkehrspolitik legen, vor allem die Radspuren betreffend. Holger Seidel (FW) brachte es auf den Punkt: "Wir müssen den Radverkehr überall mitdenken." 

Startups für Marktheidenfeld?

Marktheidenfeld wird aus einem Sonderfonds mit dem Namen "Innenstädte beleben" Mittel bekommen. Die Bedarfsanmeldung für einige Projekte, für die die Gelder schon im Haushalt eingestellt sind, wurde auch schon gemacht. Einige Ideen von Albert und Stamm waren: ein Abendmarkt mit regionalen Spezialitäten, Unterstützung des Einzelhandels mit Empfehlungsmarketing und die Weiterentwicklung des Franck-Hauses.

Interessanter fand Inge Albert die Möglichkeit, dass mit diesem Fonds nun erstmals sogenannte Anschubfinanzierungen möglich seien. Die Stadt könnte jetzt theoretisch Leerstand anmieten und für einen günstigeren Preis an Startups vermieten. "Wie können wir die Leerstands-Abwärtsspirale aufhalten? Das wäre eine kleine Möglichkeit", so Albert.

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Franck-Haus nimmt regulären Ausstellungsbetrieb wieder auf

Die vergangenen anderthalb Jahre waren nicht nur für die Betriebe in der Innenstadt sondern auch für das kulturelle Leben in Marktheidenfeld sehr hart. Doch nun nimmt das Franck-Haus wieder den regulären Ausstellungsbetrieb auf - gleich mit zwei "so unterschiedlichen wie interessanten Ausstellungen" (Albert). Zum einen die Wanderausstellung "Woher-Wohin" und, ab dem 24. Juli, die Ausstellung mit Designobjekten der Firma Braun (heute Procter & Gamble). 

Im Zuge des barrierefreien Ausbaus soll der "Grüne Salon" im Vorderbereich zu einem "Gradl-Studierzimmer" ausgebaut werden. Hier soll sich "kritisch mit Leben und Werk" des Marktheidenfelder Künstlers auseinandergesetzt werden. Dies passiert eh bereits, nun nur an einer öffentlicheren Stelle. Hermann Gradl war einer der Lieblingsmaler Adolf Hitlers.

"Ein durchaus kontroverses Thema", wie Holger Seidel sagte. Wie genau sich denn mit ihm auseinandergesetzt werde, wollte er wissen. Albert antwortete, dass an der Universität Würzburg aktuell eine Magisterarbeit über Gradl in Arbeit sei. Die Autorin versuche man zu gewinnen. Auch den Historischen Verein Marktheidenfeld werde man anfragen.

Touristinfo und MainStrand "gut  angenommen"

"Einiges Schönes zu berichten" hatten Stamm und Albert über den Tourismus in der Stadt. Der laufe allmählich wieder an, Tagesgäste seien bereits verstärkt wieder vor Ort. Die Touristinformation werde außerdem sehr gut angenommen. Das gelte auch für den MainStrand, so Stamm. Bedenken im Rat, über die Nähe zu Wohngebieten oder zum Jugendzentrum, hätten sich nicht bewahrheitet. Susanne Rinno forderte, den Strand gleich für die nächsten Jahre in "gute Bahnen" zu lenken. 

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