Würzburg

Corona-Bußgelder: Diese unterfränkischen Kommunen sind Spitzenreiter

Bei Verstößen gegen Corona-Regeln drohen hohe Geldstrafen. Wie viele Bußgelder wurden bisher in Unterfranken verhängt? Die Ergebnisse variieren in den Kommunen teils stark.
Die Zahlen der in Unterfranken geahndeten Verstöße gegen Corona-Auflagen variieren stark von Ort zu Ort. Unser Bild zeigt eine Kontrolle auf der Alten Mainbrücke in Würzburg.
Foto: Heiko Becker | Die Zahlen der in Unterfranken geahndeten Verstöße gegen Corona-Auflagen variieren stark von Ort zu Ort. Unser Bild zeigt eine Kontrolle auf der Alten Mainbrücke in Würzburg.

Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht in Bayern: bis zu 250 Euro. Kein Hygienekonzept im Hotel: bis zu 25 000 Euro. Verstöße gegen die bayerischen Corona-Regeln können richtig teuer werden. Aber wie viele entsprechende Bußgelder haben die unterfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte eigentlich tatsächlich im vergangenen Quartal (Juli bis September) verhängt? Wie unsere Recherchen zeigen, gibt es in Unterfranken teils enorme Unterschiede.

Hinweis: Bei den folgenden Werten handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Die letztliche Summe kann sich etwa aufgrund von Einsprüchen noch ändern.

Welche Bußgelder in den kreisfreien Städten ausgesprochen wurden

In Würzburg wurden nach Angaben der Stadt im vergangenen Quartal Corona-Bußgelder in Höhe von insgesamt 22 650 Euro ausgesprochen. In Schweinfurt liegt die Höhe laut Angaben des Rathauses bei 7775 Euro, in Aschaffenburg bei rund 5000 Euro.

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Den Angaben der kreisfreien Städte nach, war es vor allem die Maskenpflicht, an die sich die Menschen nicht hielten: In Würzburg wurden deswegen 41 Bußgeldverfahren eingeleitet, in Schweinfurt waren es 21, in Aschaffenburg 44. In Würzburg gab es ein Verfahren wegen eines Treffens mit nicht erlaubtem Personenkreis, in Schweinfurt waren es elf. Verfahren wegen unerlaubten Feiern und Grillparties gab es in Würzburg drei, in Schweinfurt keine. Die Stadt Aschaffenburg sieht sich - trotz mehrmaliger Nachfrage dieser Redaktion - nicht imstande, entsprechende Angaben zu machen, "da diese manuell ausgewertet werden müssten".

Warum Bußgelder in Würzburg zurückhaltend ausgesprochen wurden

Finanziell schwerwiegende Verstöße gab es nach Angaben der Städte nur in Würzburg. Demnach wurden hier sechs Verfahren wegen mangelnder Hygienekonzepte oder nicht eingehaltener Mindestabstände eingeleitet. Es sind Bußgelder zwischen 2500 und 5000 Euro angesetzt. 

Die Anzahl der angezeigten Verstöße in den kreisfreien Städten scheint gering. So wurden etwa in Würzburg bei immerhin rund 130 000 Einwohnern nur 41 Verstöße gegen die Maskenpflicht geahndet. Christian Weiß, Pressesprecher der Stadt Würzburg, erklärt den Umstand damit, dass durch Kommunikation und Aufklärung viel erreicht wurde. "In der Regel wird mit mündlichen Verwarnungen und Hinweisen gearbeitet." Im öffentlichen Raum seien zahlreiche Gespräche geführt worden. "Das Verständnis war in der Regel sehr hoch", so Weiß.

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Wie hoch die Summen der Bußgelder in den Landkreisen sind

Die ausgesprochenen Bußgelder in den unterfränkischen Landkreisen variieren nach Angaben der Landratsämter – unabhängig von der jeweiligen Einwohnerzahl des Landkreises – in Summe teilweise drastisch. Bußgelder in insgesamt folgender Höhe wurden in den Landkreisen ausgesprochen:

  • Schweinfurt: 20 450 Euro
  • Main-Spessart: 18 020 Euro
  • Aschaffenburg: 8036 Euro
  • Miltenberg: 5100 Euro
  • Haßbergkreis: 3300 Euro
  • Kitzingen: 2500 Euro
  • Rhön-Grabfeld: 2300 Euro
  • Bad Kissingen: 2000 Euro
  • Main-Tauber: 240 Euro
  • Würzburg: 150 Euro

Die hohe Summe im Landkreis Schweinfurt ist nach Angaben des Landratsamts unter anderem auf finanziell schwerwiegende Verstöße von Gastronomen zurückzuführen. So hätten zwei Betriebe bei Kontaktlisten und Hygienekonzept geschlampt. Bußgelder in Höhe von jeweils 5000 Euro seien angeordnet worden. Das Landratsamt Main-Spessart hingegen sieht sich bislang nicht imstande, Auskunft über die Zusammensetzung der Bußgelder von insgesamt 18 020 Euro zu geben.

So erklären sich die niedrigen Zahlen im Landkreis Würzburg

Erklärungsbedürftig ist zudem der niedrige Wert aus dem Landkreis Würzburg von nur 150 Euro. Eine Sprecherin schreibt dazu: "Angezeigt wurden für den Zeitraum Juli bis September 2020 tatsächlich nur die drei Verstöße gegen die Maskenpflicht." Weiter heißt es vom Landratsamt: "In einem Fall wurde eine Geldbuße von 150 Euro festgesetzt. Bei den beiden anderen Verfahren läuft noch die Anhörung."

Verstöße gegen die Maskenpflicht wurden in den Landkreisen insgesamt weniger festgestellt als in den kreisfreien Städten. Hier stechen Kitzingen (18), Bad Kissingen (11) und Aschaffenburg (11) hervor. Besonders wenige Bußgelder gab es in Rhön-Grabfeld (1), Haßbergkreis (2) und im Landkreis Würzburg (3). Die Landkreise Schweinfurt (5) und Miltenberg (7) bilden bei Verstößen gegen die Maskenpflicht das Mittelfeld.

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