Würzburg

Die Zukunft der Würzburger Posthalle im Kulturausschusss: Wie es nun weiter gehen könnte

Im Kulturausschuss des Stadtrates ging es diese Woche um die Zukunft der Posthalle am Bahnhof. Was dafür noch alles getan werden muss.
Knapp über 2000 Besucher fasst die Posthalle am Würzburger Hauptbahnhof. Ihre Zukunft ist noch ungewiss und war jetzt Thema im Kulturausschuss des Würzburger Stadtrates. 
Foto: Johannes Kiefer | Knapp über 2000 Besucher fasst die Posthalle am Würzburger Hauptbahnhof. Ihre Zukunft ist noch ungewiss und war jetzt Thema im Kulturausschuss des Würzburger Stadtrates. 

Es war als Bekanntgabe auf der Tagesordnung vorgesehen, doch nachdem Kulturreferent Achim Könneke den Mitgliedern des Kulturausschusses des Stadtrates am Dienstagnachmittag im Wappensaal den Sachstand der Posthalle am Bahnhof aus Sicht seines Referats erläutert hatte, wurde klar, dass noch viele Fragen offen geblieben sind. 

Wie berichtet läuft der Mietvertrag der Halle Ende Juni 2023 aus. Erneut auf befristete Zeit verlängern will ihn die Vermieterin Bismarckquartier GmbH nur, wenn die Posthallen GmbH einen Mietvertrag für ein Nachfolgeobjekt vorweisen kann. Die Bismarckquartier GmbH plant das Posthallen-Areal mit Büro- und Wohnhäusern zu bebauen.

"Klar ist jetzt schon, dass der Umbau der Glaskeil-Hallen viel Geld kosten wird"
Achim Könneke - Kulturreferent

Bei der Suche nach einem neuen Standort hatte sich das Areal der Firma Glaskeil in der Aumühle herauskristallisiert. Die möchte in den Airpark nach Giebelstadt umziehen. Doch dies wird nicht vor Mitte 2024 der Fall sein.

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"Klar ist jetzt schon, dass der Umbau der Glaskeil-Hallen viel Geld kosten wird", erläuterte Könneke. Nach Ansicht des Baureferats sei ein solcher aber vorstellbar. Nachdem die Posthalle nach heutigem Stand im Juni 2023 schließen müsse und der Spielbetrieb bei Glaskeil wegen des notwendigen Umbaus nicht vor dem Frühjahr 2025 beginnen könne, befürchtet Könneke etwa eineinhalb Jahre "Spielpause". 

Derzeit schon einen neuen Mietvertag abzuschließen, sei nicht leistbar

Dies wisse auch der Posthallenbetreiber, möchte aber trotzdem versuchen, die Option Glaskeil voranzutreiben, so der Kulturreferent. Könneke hofft aber, dass sich Möglichkeiten finden ließen, die Posthalle am jetzigen Standort länger betreiben zu können, da der Zeitplan des Investors wohl eher mittelfristig angelegt sei, wie der Kulturreferent sagte.

Einen neuen Mietvertrag schon jetzt abzuschließen, so dass der jetzige Vermieter - die Bismarckquartier GmbH - einer Verlängerung zustimme, sei aus Könnekes Sicht wegen der noch ungeklärten Finanzierung vom Posthallenbetreiber derzeit nicht leistbar, sagte er. Damit laufe der Posthalle aber die Zeit weg, weil sie jetzt schon viele Veranstaltungen nicht mehr buchen könne.

Noch liegt im Rathaus kein Konzept für die neue Halle vor

"Gleichzeitig liegt uns aber als Stadt von der Posthalle noch kein Konzept für Umbau und den späteren Betrieb vor, weswegen wir auch nicht mit einer detaillierten Prüfung beginnen können", bedauerte Könneke. Geprüft habe man jedoch, wie sich andere Städte beim Thema verhalten, wenn man es als kommunale Aufgabe sehe, solche Musikspielstätten zu haben, zu betreiben oder zu fördern.  

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Von elf angefragten Hochschulstädten seien alle die Eigentümer vergleichbarer Immobilien. Glaskeil sei jedoch ein privater Eigentümer, deswegen sei es für die Stadt nicht so einfach, dort wesentliche Umbauten zu tragen. Insofern stelle sich die Frage, ob die Verwaltung mit Glaskeil in Verhandlungen über einen Ankauf treten solle. "Bislang haben wir diesen Auftrag vom Stadtrat nicht", so Könneke.

In anderen Städten sind diese selbst Eigentümer solcher Spielstätten

Betreiber seien in fast allen Städten Vereine oder gemeinnützige oder nicht gemeinnützige GmbHs, die Städte trügen zumeist den Gebäudeunterhalt. Miete würden wenige verlangen, dafür würden Betriebskostenzuschüsse von 30 bis 50 Prozent gezahlt. Auch die Kulturprogramme in den Spielstätten würden maßgeblich gefördert, berichtet der Kulturreferent. 

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Könneke erinnerte an einen Stadtratsbeschluss vom Oktober 2021. Damals hatte der Rat den Bedarf einer Musikspielstätte mit einer Kapazität von 200 bis 2000 Besucherinnen und Besuchern für die Stadt Würzburg grundsätzlich anerkannt. 

Auch kleinere Konzerte, wie hier die vier schwedischen Rock-Ladies 'Thundermother', mit nur 200 Besuchern finden in der Halle statt.
Foto: Silvia Gralla | Auch kleinere Konzerte, wie hier die vier schwedischen Rock-Ladies "Thundermother", mit nur 200 Besuchern finden in der Halle statt.

Will die Stadt Würzburg sich selbst finanziell engagieren?

Deswegen müsse der Stadtrat zunächst grundsätzlich klären, ob die Stadt Würzburg sich aktiv engagieren wolle. Auch brauche die Verwaltung eine klare Ansage, ob sie mit Glaskeil in Verhandlungen treten solle, ebenso wie die Frage geklärt werden müsse, ob man mit dem bisherigen Vermieter über eine Verlängerung der Vertrages reden solle, so Könneke.

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In der anschließenden Diskussion wurde klar, dass man im Ausschuss um die Attraktivität der Universitätsstadt Würzburg fürchte, sollten die Tage des soziokulturellen Zentrums Posthalle ohne Aussicht auf einen Ersatz gezählt sein. Es gab Willensbekundungen, dass sich die Stadt an der Umsetzung der "neuen" Posthalle beteiligen solle. Wieviel finanzielle Unterstützung möglich sei, müsse sich im Rahmen der Haushaltsberatungen zeigen, hieß es. Zumal Könneke erläutert hatte, dass in anderen Städten auch Zuschüsse aus öffentlichen Geldern geflossen waren.

Auch Kleidermärkte und andere Veranstaltungen finden in der Halle statt, sie ist keine reine Konzerthalle.
Foto: Silvia Gralla | Auch Kleidermärkte und andere Veranstaltungen finden in der Halle statt, sie ist keine reine Konzerthalle.

Bis an der Bismarckstraße die Bagger rollen, dauert es noch einige Jahre

Deutlich wurde auch die Erwartung an den bisherigen Vermieter geäußert, dass er den Mietvertrag nochmalig auf Zeit verlängern solle. Zumal an der Bismarckstraße kaum innerhalb der nächsten zwei oder zweieinhalb Jahren schon die Bagger rollen würden, wie es aus dem Gremium hieß. 

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