Esselbach

Warum die Esselbacher Deponie jetzt mehr als doppelt so teuer ist

Wer Bauschutt oder Erdaushub loswerden möchte, muss in Esselbach tiefer in die Tasche greifen. Schließlich soll der Schuttplatz noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
Im Winter ist die Deponie in Esselbach geschlossen. Wer künftig dort Erdaushub oder Bauschutt abliefern möchte, muss mehr bezahlen. Der Gemeinderat legte einen Kubikmeterpreis von elf Euro fest. Das deckt fast die Kosten, die der Deponiebetrieb verursacht.
Foto: Jürgen Sterzbach | Im Winter ist die Deponie in Esselbach geschlossen. Wer künftig dort Erdaushub oder Bauschutt abliefern möchte, muss mehr bezahlen. Der Gemeinderat legte einen Kubikmeterpreis von elf Euro fest.

Nach fünf Jahren konnte im November 2020 die Deponie in Esselbach "Am Trieb"wieder öffnen. Zumindest für kurze Zeit, denn nach nur vier Samstagen ging der Abladeplatz für Erdaushub und Bauschutt bis März in die Winterpause.

Dazu braucht es eine neue Satzung, die regelt, wer auf der Deponie wann welchen Schutt abladen darf und was er dafür bezahlen muss. Wie viel es künftig kostet, einen Kubikmeter zu entsorgen, legte der Esselbacher Gemeinderat in seiner ersten Sitzung dieses Jahres fest.

Ortsfremde wollten ihren Bauschutt in Esselbach günstig abliefern

Bislang kostete der Kubikmeter Erdaushub oder Bauschutt fünf Euro und somit nur die Hälfte davon, was das benachbarte Oberndorf auf seiner Deponie verlangt. Das zog ungebetene Gäste an: "Einige haben versucht, ihren Bauschutt in Esselbach günstiger abzuliefern und irgendwelche Wurzeln in der Gemeinde gesucht", sagte Bürgermeister Richard Roos.

Seit 1988 betreibt die Gemeinde die Erdaushub- und Bauschuttdeponie der niedrigsten Kategorie DK 0. Auf diesen sogenannten Inertabfalldeponien dürfen nur unbelastete oder gering schadstoffhaltige Abfälle lagern. Dazu gehören zum Beispiel Bodenaushub, der bei vielen Baumaßnahmen anfällt, Bauschutt oder mineralischer Bauabfall.

Fünf Jahre ist es auch her, dass der Esselbacher Gemeinderat beschloss, den schon gut gefüllten Lagerplatz um 0,8 Hektar zu erweitern. Zuerst ruhte das Projekt für zwei Jahre, weil auf der Deponie ein seltener Schmetterling gesichtet wurde: Der Ameisenbläuling wurde umgesiedelt. Schließlich musste die Gemeinde die Deponie für 70 000 Euro so herrichten, wie es das Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt forderten, um sie weiter betreiben zu können.

Kosten für Erweiterung und Betrieb auf Kubikmeterpreis umgelegt

Diese Kosten und jene, die der Betrieb verursacht, wären mit einem Kubikmeterpreis von 11,50 Euro abgedeckt. Das hat die Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft ausgerechnet. Ganz so teuer wird es für die Esselbacher zwar nicht, doch müssen sie künftig elf Euro pro Kubikmeter und somit mehr als doppelt so viel wie bisher zahlen.

Ob die Schutthalde fünf oder zehn Jahre halte, sei nicht absehbar. Es werde noch immer viel gebaut in der Gemeinde. In den vergangenen acht Jahren seien rund 50 neue Häuser entstanden. "Der höhere Preis ist nun ein Argument, sich nach einer anderen Entsorgungsmöglichkeit umzuschauen", weiß Roos. Das könnte die Haltbarkeit der Deponie verlängern, denn: "Wenn die Deponie einmal voll ist, wird es schwierig, noch eine zu kriegen."

Ein Betreiber muss hohe Auflagen erfüllen. Einmal im Jahr muss eine Firma das dort lagernde Material prüfen. Der Gemeinderat nahm das Angebot von GMP Geotechnik aus Würzburg an. Das kostet rund 16 500 Euro für die nächsten vier Jahre.

An der Alten Kredenbacher Schule geht es mit dem Innenausbau weiter. Bis Sommer 2021 soll die Generalsanierung des einzigen öffentlichen Gebäudes im Esselbacher Ortsteil fertig sein.
Foto: Jürgen Sterzbach | An der Alten Kredenbacher Schule geht es mit dem Innenausbau weiter. Bis Sommer 2021 soll die Generalsanierung des einzigen öffentlichen Gebäudes im Esselbacher Ortsteil fertig sein.

Obwohl die Deponie im vergangenen Jahr nur für vier Wochen geöffnet war und "ein paar Eimer und ein bisschen Erde" abgegeben wurden, müssten die Proben durchgeführt werden, informierte Roos. Das Oberflächen- und Sickerwasser muss zusätzlich kontrolliert werden. Auch das zahlt die Gemeinde: "Da kommt noch was auf uns zu."

Wegen Corona: Esselbach spart Steuern und bekommt Ausgleich

Doch hatte Roos auch gute Nachrichten: Esselbach erhält 61 000 Euro aus einem Topf, der die coronabedingten Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer 2020 ausgleichen soll. Rund 20 000 Euro sparte sich die Gemeinde, weil Rohbau, Zimmererarbeiten und Fenster am Dorfgemeinschaftshaus noch vor dem Jahresende 2020 fertig waren und auf den Rechnungen der auch wegen Corona verringerte Mehrwertsteuersatz fällig wurde.

Damit es bei den großen Bauprojekten, Dorfgemeinschaftshaus und Alte Kredenbacher Schule, auch im Winter weitergeht, sollen Bauheizungen die Räume wärmen. Die beiden mobilen Geräte kosten zusammen rund 5300 Euro. Dafür, versprach Roos, werde es schon in wenigen Wochen in den beiden Gebäuden sehr gut aussehen.

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