FUSSBALL: REGIONALLIGA

1:2 gegen den FV Illertissen: Der FC 05 Schweinfurt vergeigt den Heim-Abschluss

Eine verdiente Niederlage bringt den Regionalligisten an den Tiefpunkt. Eine frühe Führung reicht letztendlich nach eigenen Fehlern nicht.
Nicht zu fassen: Der FC 05 Schweinfurt um Amar Suljic musste sich dem FV Illertissen geschlagen geben.
Foto: Julien Becker | Nicht zu fassen: Der FC 05 Schweinfurt um Amar Suljic musste sich dem FV Illertissen geschlagen geben.

Die ausgerufenen Ziele beim Fußball-Regionalligisten FC 05 Schweinfurt sind längst verpasst – doch dieses 1:2 (1:1) zum Heim-Abschluss der Runde in der Fußball-Regionalliga Bayern gegen den FV Illertissen ließ die Stimmung trotz besten Fußballwetters eisig werden. Es war an sich aber nur ein Spiegelbild vieler Auftritte in der nun gnadenlos bitter austrudelnden Saison: Der FC 05 ging zwar früh in Führung, ließ die Gäste bei ihrem einzig richtig gefährlichen Vorstoß in Hälfte eins gewähren, nutzte die eigenen Chancen nicht – und fing sich durch einen überaus unnötigen, aber berechtigten Foulelfmeter noch das 1:2.

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Dementsprechend konnte man nachvollziehen, dass der scheidende Coach Jan Gernlein nach dem Abpfiff wohl am liebsten ganz und gar hinter den Getränke-Flaschen auf dem Pressekonferenztisch im VIP-Zelt des Sachs-Stadions versunken wäre. "Dass nicht jeder an seiner Grenze war, hat ja jeder sehen können", erklärte er frustriert auf die Frage, was ihm denn gefallen habe, nachdem er im Vorfeld zwei "saubere Leistungen" gefordert hatte – gegen die letztlich cleveren Illertissener und am Dienstag bei Viktoria Aschaffenburg (19 Uhr).

Diese "saubere Leistung" attestierte er namentlich gerade einmal David Grözinger und Florian Pieper, der nach Aschaffenburg wechselt – und wie Grözinger einer der zehn Akteure war, die neben Betreuer und Fan-Liebling Andreas Binner (übrigens als Ersatzkeeper auf der Bank) sowie Gernlein vor dem Anpfiff noch mit gerahmten Trikots verabschiedet wurden.

Der FC 05 Schweinfurt fängt sich ein "nicht zu erklärendes" Gegentor in Halbzeit eins

Pieper hatte in der knappen Stunde auf dem Grün tatsächlich nochmal alles gegeben, sein sehenswertes Führungstor nach sieben Minuten selbst eingeleitet. Doch das rückte schon in den Hintergrund, als Maurice Strobel von der Mittellinie aus durchmarschieren und zum Ausgleich abschließen durfte (22.) – auch, weil Tim Kraus an der Strafraumgrenze nicht foulen wollte. "Dass ihn da keiner unterstützt, ist für mich nicht zu erklären", blieb Gernlein nur innerliches Kopfschütteln.

Möglichkeiten hatten fortan vor allem die Nullfünfer, unter anderem knallte Adam Jabiri einen 20-Meter-Freistoß an die Latte (60.), doch nachdem der ebenfalls wechselnde Edin Hyseni Yannick Glessing unnötigerweise im Sechzehner gelegt und Ento Teranuma den Strafstoß verwandelt hatte (78.), gab's etliche entsetzte Gesichter. Besonders, als klar war, dass sich am Spielstand nichts mehr ändern würde.

Die schon festehenden Abgänge: FC-05-Sportdirektor Robert Hettich (rechts) verabschiedete vor dem Spiel (von links) Luis Zwick, David Grözinger, Florian Pieper, Martin Thomann (dessen gerahmtes Trikot Geschäftsstellenleiterin Petra Endres hielt), Trainer Jan Gernlein, Andreas Binner (Ersatztorwart und Betreuer), Emir Bas, Edin Hyseni, Nico Rinderknecht, Meris Skenderovic und Thomas Haas. Neben Thomann fehlt auf dem Bild auch Amar Cekic.
Foto: Michael Kittel | Die schon festehenden Abgänge: FC-05-Sportdirektor Robert Hettich (rechts) verabschiedete vor dem Spiel (von links) Luis Zwick, David Grözinger, Florian Pieper, Martin Thomann (dessen gerahmtes Trikot ...

Gernlein wollte nach dem letzten Heim-Auftritt gar kein Fazit ziehen, auch Sportdirektor Robert Hettich tat sich schwer, "weil wir ja gegen Aschaffenburg noch ein Spiel haben". So gratulierte er der SpVgg Bayreuth, die mit 2:1 gegen die Aschaffenburger gewann und dank der 0:4-Niederlage des FC Bayern München II gegen Wacker Burghausen schon am Freitagabend jubeln durfte, zunächst einmal zur "hoverdienten" Meisterschaft, um dann doch ein bisschen auszuholen – schließlich ist der frühere selbsternannte Meisterschaftsanwärter auf Rang fünf abgerutscht. "Es passt einfach zu der Phase, in der wir uns befinden, dass wir noch unnötig verlieren. Wir haben diese Saison viel zu viele einfache Gegentore bekommen. Und: Auf die Saison betrachtet, haben wir es nicht geschafft, enge Spiele mit 1:0 zu ziehen, zudem reichen vier Siege aus bisher 18 Auswärtsspielen höchstens für Rang drei."

Der neue Kader des FC 05 Schweinfurt soll bis Ende des Monats fast komplett sein

Doch um den in der Endabrechnung überhaupt noch erreichen zu können, muss am Dienstagabend ein Sieg her – und die Burghausener dürfen am kommenden Samstag gegen Pipinsried nicht gewinnen. Doch Gernlein dämpfte am Samstagnachmittag gleich mal die restlichen Erwartungen: "Wir werden definitiv wieder auf dem Zahnfleisch gehen. Ich hoffe, dass ich das Abschlusstraining am Montag mit elf Mann bestreiten kann."

Derweil kündigte Hettich an, dass der Kader für die kommende Runde "bis auf ein oder zwei Positionen hoffentlich bis Ende Mai steht." Spätestens dann ist diese verkorkste Regionalliga-Saison endgültig Geschichte.

Das meinte der Schweinfurter Trainer Jan Gernlein noch zum Spiel

Die Statistik des Spiels

Fußball, Regionalliga Bayern, Männer
FC 05 Schweinfurt – FV Illertissen 1:2 (1:1)
Schweinfurt: Zwick – Kraus, Billick, Schuster – Pfarr (71. Hyseni), Fery, Zietsch (79. Suljic), Böhnlein, Grözinger (57. McLemore) – Pieper (57. Skenderovic), Jabiri.
Illertissen: Thiel – Keckeisen, Wegmann, Kopf, Boyer (87. Kljajic) – Sakai, Maiolo – Wanner (81. Gölz), Strobel (76. Estevez Fernandez), Mozler (59. Glessing) – Teranuma (85. Luibrand).
Schiedsrichter: Christopher Knauer (SpVgg Isling). Zuschauende: 299. Tore: 1:0 Florian Pieper (7.), 1:1 Maurice Strobel (22.), 1:2 Ento Teranuma (78., Foulelfmeter). Gelb: Marco Zietsch, Malik McLemore – Marius Wegmann, Lukasz Jerzy Mozler, Nicolas Keckeisen, Goson Sakai.
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