Lohr

Kolumne: Höhen und Tiefen in Mainfrankens Wirtschaft

Auch in den ersten Tagen des neuen Jahres hat Mainfrankens Wirtschaft wieder bemerkenswerte Themen gebracht. Höhepunkte, Tiefpunkte: So lief die vergangenen Woche.
Ein eher bitteres Lächeln: René Kühl ist Geschäftsführer der Spedition Gress in Gerolzhofen. Zwar sind die Auftragsbücher voll, doch Kühl muss mit einem deutlichen Fahrermangel klarkommen.
Foto: Peter Pfannes | Ein eher bitteres Lächeln: René Kühl ist Geschäftsführer der Spedition Gress in Gerolzhofen. Zwar sind die Auftragsbücher voll, doch Kühl muss mit einem deutlichen Fahrermangel klarkommen.

Vorhaben der Woche: Bosch Rexroth

Es war eine der wuchtigsten Ankündigungen im vergangenen Jahr: Das Industrieunternehmen Bosch Rexroth will bis 2025 rund 100 Millionen Euro in seinen Stammsitz in Lohr (Lkr. Main-Spessart) investieren.

Was man verspricht, soll man auch halten, sagt der Volksmund. Bosch Rexroth tut das, denn der mit 5400 Beschäftigten größte Arbeitgeber im Kreis Main-Spessart hat nun dem Lohrer Stadtrat erste Schritte der Rieseninvestition vorgelegt. In diesem Jahr soll der mit 20 Millionen Euro angesetzte Neubau eines Bürogebäudes beginnen, das vier Stockwerke und 6500 Quadratmeter Nutzfläche hat.

Dieses Vorhaben ist Teil der 100-Millionen-Investition, die darüber hinaus zum Beispiel umfangreiche Neuerungen in der traditionsreichen Gießerei vorsieht. Auch ein neues Logistikzentrum ist geplant. Keine Frage: In Lohr geht was.

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Mangel der Woche: Spedition Gress

Die Spedition Gress in Gerolzhofen (Lkr. Schweinfurt) ist ein Beispiel dafür, was die Logistikbranche in Deutschland am meisten plagt: Fahrermangel. Die Situation ist für Gress-Chef René Kühl geradezu bizarr, denn an Aufträgen mangele es fürwahr nicht. Auch nicht in Corona-Zeiten.

Doch was bringt das, wenn die Waren nicht mehr im gewünschten Maß zur Kundschaft gebracht werden können? Verschärft wird die Lage für Gress durch die Tatsache, dass viele Fahrer in absehbarer Zeit in Rente gehen. 60 Prozent von ihnen seien älter als 50 Jahre.

Nachfolger bekommt Geschäftsführer Kühl nach eigenen Worten aus Deutschland kaum noch, aus dem Ausland eher. Doch das behebt den Fahrermangel in der Spedition nicht. Hierzulande sei in der jungen Bevölkerung das Interesse an diesem Job einfach zu schwach, hat Kühl beobachtet. Das klingt nicht gut.

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Zuversicht der Woche: Pizzeria in Rehweiler

Zugegeben, Rehweiler (Lkr. Kitzingen) mit seinen knapp 300 Einwohnern ist ein recht vergessener Ort im Steigerwald. Schön ist es dort auf jeden Fall, und so ließen sich Francesco Grieco und seine Frau Cristina Anfang 2020 auf das Abenteuer ein, in Rehweiler eine Pizzeria zu eröffnen.

Es hätte danach kaum schlimmer laufen können: Corona wütete in Deutschland, es folgten Lockdowns, Gäste blieben aus. Die aus Italien stammenden Wirtsleute mussten sich einreihen in die große Schar der von Corona heftig gebeutelten Gastronomen in Franken. Der allgegenwärtige Personalmangel kam erschwerend hinzu.

Doch knapp zwei Jahre später gibt es die Pizzeria im einsamen Rehweiler immer noch. Getragen von der Hoffnung auf bessere Zeiten machen Francesco und Cristina Grieco weiter. Denn für sie ist klar: "Schön ist es hier." Und wenn dann jeden Tag doch manche Gäste kommen, "dann ist die Welt wieder in Ordnung". Das nennt man Optimismus. Hut ab.

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